Nippes

Aus NippesWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Nippes ist ein linksrheinischer Stadtteil innerhalb des gleichnamigen Kölner Stadtbezirks 5.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Stadtteil grenzt im Süden an die Innenstadt (Neustadt Nord), im Osten an Riehl, im Norden an Niehl, Weidenpesch und Mauenheim und im Westen an Bilderstöckchen und Neuehrenfeld.

Die Grenzen sind: Im Norden die Gürteltrasse mit der Hochbahn, im Osten die Amsterdamer Straße (wobei die Häuser auf der Westseite der Amsterdamer Straße nicht mehr zu Nippes gehören), im Süden die Innere Kanalstraße und im Westen die Bahntrasse der DB. Der äußerste Südwestzipfel wird durch ein Gleisdreieck gebildet, das nur von Neuehrenfeld aus zugänglich ist.

Herkunft des Ortsnamens

Es gibt zahlreiche Deutungen des Namens Nippes, der ursprünglich in der Form am Nippes (am Nipp-Haus, vergleiche Backes=Backhaus) verwendet wurde. Der Wortbestandteil Nipp wird meist abgeleitet von nepp = kleine Anhöhe oder von niep = feuchte Senke. Der von Riehl über Nippes nach Niehl verlaufende alte Rheinarm, der bis in das 19. Jhd. noch als Weiher erkennbar war und dessen Reste heute das Nippeser Tälchen bilden, könnte für diese letztgenannte Ableitung sprechen; andererseits liegen sehr viele der Orte, Ortsteile oder Fluren, die anderswo Nippes heißen, auf Anhöhen.

Geschichte

Zum Ende der Steinzeit gab es im heutigen Stadtgebiet, in Nippes und in der Innenstadt sowie in Merheim und Brück, Ackerbau-Siedlungen. Reste einer römischen Villa (d.h. eines Gehöftes) hat man im Bereich des heutigen "Altenberger Hofs" gefunden.

1199 ist zum ersten Mal von der „Herrlichkeit Mauenheim“ die Rede, in deren Mitte die "Mauenheimer Höfe" lagen: der heutige Altenberger Hof und zwei weitere größere Höfe. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass das erste Gehöft dort wesentlich früher erbaut wurde. - Die „Herrlichkeit Mauenheim“ gehörte zum weltlichen Herrschaftsbereich der Kölner Erzbischöfe (Kurköln) und unterstand dem Stift St. Kunibert. Sie umfasste mehr oder weniger das Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes - das heutige Mauenheim entstand erst in den 1920er Jahren.

Mauenheim ("Maulem") und Nippes auf der Tranchot-Karte von Köln; 1807/08 (Ausschnitt)

1549 wird Nippes erstmals urkundlich erwähnt („Johann van Wermißkirchen am Nippis“ wird in einem Pachtvertrag genannt). Der Ort entwickelt sich im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts immer mehr und wird bedeutender als Mauenheim. Die Ansiedlung Nippes lag, wie Landkarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert zeigen, im Bereich Neusser Straße / Kappesgasse. Nachdem die „Herrlichkeit Mauenheim“ 1794 von den Franzosen aufgelöst worden war, ging der Name Nippes allmählich auf die ganze Ansiedlung über. Die Franzosen fassten mehrere Dörfer im Norden von Köln, darunter auch Nippes, zur Mairie de Longerich zusammen. 1815, nach dem Wiener Kongress, fällt das Rheinland an Preußen. Die Verwaltungsstruktur wird weitgehend übernommen, Nippes gehört nun zur Bürgermeisterei Longerich (im Landkreis Köln). Eine eigene Pfarrkirche ("St. Mariä Himmelfahrt", heute: "St. Heinrich und Kunigund") erhielt Nippes erst 1859 (vorher hatte Nippes bzw. Mauenheim zur Pfarre von "St Katharina" in Niehl gehört; der Straßenname "Niehler Kirchweg" erinnert noch an diesen Zustand). 1881 wird in Nippes eine evangelische Kirchengemeinde gegründet.

Nippes orientiert sich seit Anfang des 19. Jahrhundert immer mehr auf Köln hin. Viele, teils wohlhabende Kölner bauen hier Häuser; repräsentative Häuser aus der Gründerzeit sind noch an viele Stellen zu sehen, z.B. am Leipziger Platz und an der Schwerinstraße. Aber auch die vielen Dreifensterhäuser, etwa in der Lohsestraße und in der Holbeinstraße, belegen ein zunehmend städtisches Milieu; die kleinen ländlichen Bauten vom Typ Tagelöhnerhaus müssen größtenteils weichen. Das Ungleichgewicht zwischen dem immer städtischeren Nippes und dem ländlichen Norden der Bürgermeisterei Longerich nimmt immer mehr zu. 1886 wird daher zunächst innerhalb der Bürgermeisterei Longerich die Sondergemeinde Nippes (Riehl gehörte auch dazu) gebildet. Wilhelm Eich, der letzte Bürgermeister der nun eigenständigen Kommune Nippes, stellt 1886 bei der preußischen Regierung einen Antrag auf „Erhebung der Gemeinde Nippes in den Kreis der Städte“. Diesem Antrag wird jedoch nicht stattgegeben, vielmehr werden am 1. April 1888 Nippes und Riehl zusammen mit der gesamten ehemaligen Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet. Kurze Zeit später erhielt unser Stadtteil einen Eisenbahnanschluss, auch wurde eine Pferdebahnlinie zum Stadtzentrum Kölns eingerichtet.

Da in der Kölner Innenstadt durch die preußischen Rayonbestimmungen keine Industrieansiedlung erlaubt war, siedelten sich zahlreiche Unternehmen in Nippes an. Bekannteste Beispiele sind die Gummiwarenfabrik Clouth und die Auer-Mühle. Außerdem entstanden eine zentrale Eisenbahnwerkstatt und ein Rangierbahnhof, die aber heute stillgelegt sind.

Der noch bis ins 19. Jhd. im Nippeser Tälchen existierende Weiher war ein beliebter Naherholungsort mit Rudergelegenheit. Heute befindet sich dort eine Grünanlage und Schrebergärten.

Die Geschichte von Nippes in der NS-Zeit unterscheidet sich nicht sehr von der anderer Kölner Vororte. Im 2. Weltkrieg wurden viele Gebäude von Bomben getroffen oder zerstört, am meisten sicherlich das Eisenbahn-Ausbesserungswerk und die Clouth-Werke. Beide Firmen wurden aber nach Kriegsende sehr schnell wieder aufgebaut.

Gegenwart

Stadtteilplan von Nippes
Heute ist Nippes ein lebendiges "Veedel", in dessen Zentrum sich die Neusser Straße mit vielen Geschäften befindet. Nippes ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Einen Stadtteil im Stadtteil stellt das "Sechzig-Viertel" dar, das seinen Ursprung in einer Werkssiedlung des Eisenbahn-Ausbesserungswerks hat. Ein ganz neues Viertel, oft Stellwerkviertel genannt, ist im Nordwesten von Nippes, auf dem ehemaligen EAW-Gelände, entstanden. Dort wurde auch eine autofreie Siedlung gebaut. Auf dem Clouth-Gelände entsteht seit 2014 ein weiteres neues Wohn- und Gewerbeviertel.

Nippes hat 11 Schulen, darunter das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium und zwei Realschulen, außerdem 22 Kindertagesstätten. Das Angebot an Sport- und Fitnesseinrichtungen ist vielfältig.

Nippes hat eine eigene Postfiliale, und zwar am Wilhelmplatz, ein Bürgerzentrum sowie ein Krankenhaus.

Das Nippeser Bezirksrathaus hat die Anschrift Neusser Straße 450. Es liegt somit ganz knapp jenseits der Nordgrenze des Stadtteils Nippes, nämlich in Weidenpesch.

Nippeser Straßennamen

s. linke Spalte, oben (Navigation) unter Straßen/Plätze.


Parks in und um Nippes

Es gibt reizvolle Grünflächen an der Rändern des Stadtteils: Das Nippeser Tälchen im Norden, die „Nippeser Schweiz“ im Südwesten, den Lis-Böhle-Park im Südosten, den Toni-Steingass-Park und den Nordpark im Nordosten sowie den Johannes-Giesberts-Park im Osten. Nordwestlich von Nippes liegt der Blücherpark (im Stadtteil Bilderstöckchen, also immerhin im Stadtbezirk Nippes). Am 6. Juli 2013 wurde sein 100jähriges Bestehen festlich begangen. Erwähnenswert ist auch der Geldernpark (Stadtteil Bilderstöckchen) - dort befand sich bis etwa 1918 der Nippeser Friedhof.

Bemerkenswertes

Bekannt ist Nippes unter anderem für seinen täglich (außer sonntags) stattfindenden Markt auf dem Wilhelmplatz. Er wurde im Jahre 1900 ins Leben gerufen. Ebenfalls auf dem Wilhelmplatz gibt es einmal pro Monat einen großen Flohmarkt. Außerdem wird der Straßenkarneval im Viertel dort traditionell an Weiberfastnacht um 9:11 Uhr von der Nippeser Bürgerwehr eröffnet. Natürlich gibt es viele Vereine in Nippes; besonders zu nennen ist der Bürgerverein Für Nippes e.V..

In Nippes präsentieren ganze Straßenzüge Hausfassaden aus Gründerzeit und Jugendstil, z.B. die Schwerinstraße, der Leipziger Platz und die Eisenachstraße. Sehenswert sind auch der "Altenberger Hof", der jetzt das Bürgerzentrum Nippes beherbergt, und die Nippeser Kirchen. Die älteste unter ihnen ist die katholische Kirche "St. Heinrich und Kunigund" (1850-52 nach Plänen des Baumeisters Vincenz Statz errichtet) an der Mauenheimer Straße. Ihr Innenraum wird seit etwa 2011 unter dem Namen "klangraum kunigunde" auch für Konzerte und Lesungen genutzt. Die evangelische Lutherkirche gilt als die einzige neogotische Kirche Kölns mit nahezu vollständig erhaltener Originalausstattung, darunter ein kompletter Fensterzyklus. Sie wird auch regelmäßig als Kulturkirche genutzt.

Das Gymnasium Köln-Nippes (inoffiziell auch „Blüchergymnasium“ genannt, seit Anfang 2011 offiziell "Leonardo-da-Vinci-Gymnasium Köln-Nippes"), mitten in Nippes gelegen, hat eine jüngst sanierte ansehnliche Fassade aus rotem, weiß gebändertem Miltenberger Sandstein und beherbergt ein Planetarium und zwei Sternwarten.

Nippes hat auch ein Museum. Im Sommer wird seit 2001 regelmäßig eine NippesNacht organisiert, und im Dezember werden einige spezielle Märkte eröffnet: Der Nikolausmarkt sowie kleinere Weihnachtsmärkte bei der Lutherkirche und bei Aida.

Nippes hat sogar eine eigene Universität, die von einer Hand voll Enthusiasten betrieben wird.

Nippes ist der Geburtsort des ehemaligen Oberbürgermeisters von Köln, Fritz Schramma.

An verschiedenen Straßen von Nippes sind Stolpersteine in die Gehwege eingelassen.

Bemerkenswert ist schließlich auch das NippesWiki, das 2011 begonnen wurde.

Persönlichkeiten, die mit Nippes zu tun haben

Literatur

  • Franz Irsfeld (Hrsg.): Nippes gestern und heute. Eine Geschichte des Stadtbezirks und seiner Stadtteile. Köln, 1983
  • Ines u. Rolf Vente: Nippes in Köln. Beschreibung eines deutschen Habitats. Köln, 1986
  • Bürgerverein Stadtteilarchiv Köln-Nippes e.V. (Hrsg.): Loß mer jet durch Neppes jon. Ein Streifzug durch die Geschichte. Köln, 1987
  • Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V.: Loss mer jet durch Neppes jon. Ein Stadtteilführer. Köln (3. überarbeitete Aufl.), 2010 [1]
  • Reinhold Kruse: Buchreihe "Nippes - Bemerkenswertes und Unterhaltsames aus einem Kölner Stadtteil in 6 Bänden"
  1. Dieser Stadtteilführer hat auch bei zahlreichen weiteren Seiten des NippesWiki als Quelle gedient. Er ist auf den übrigen Seiten unter "Literatur" nicht jedes Mal erneut aufgeführt.

weblinks

Bilder