Mauenheim

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Wappen von Mauenheim
Mauenheim, nordwestlich von Nippes gelegen, ist heute der kleinste Kölner Stadtteil. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Mauenheim (u. a. auch: Mowenheim(b), Mouvenheim, Maulheim(b), Maulem) der Name einer "(Unter-)Herrlichkeit", die in etwa das Gebiet des heutigen Nippes umfasste.

Inhaltsverzeichnis

Namenserklärung

Ortsnamen auf "-heim" sind typisch für fränkische Ansiedlungen. Der erste Namensbestandteil wird meist von Maue (= Ärmel) abgeleitet; der Name bedeutet also etwa: "Ansiedlung an einem ärmelförmigen Gewässer". In dem Ortsnamen ist also ein Hinweis auf den alten Rheinarm zu sehen, an dem Mauenheim ursprünglich lag und dessen Verlauf noch durch das "Nippeser Tälchen" markiert wird.

Geschichte

Wahrscheinlich wurde die Herrschaft über Mauenheim zunächst von einem Rittergeschlecht ausgeübt. Das ist zwar nicht durch Urkunden belegbar, aber die Familie "derer von Mauenheim" hat in der Kölner Geschichte eine bedeutende Rolle gespielt. Die Namensgleichheit ist sicherlich kein Zufall.

Erstmals erwähnt ist der Ort Mauenheim in einer Urkunde aus dem Jahre 1199. Damals gehörte Mauenheim bereits zum Herrschaftsgebiet des Kölner Erzbischofs (Kurköln) und war dem Kölner Stift St. Kunibert unterstellt. In späteren Urkunden ist oft von der "(Unter-)Herrlichkeit Mauenheim" die Rede; auch das ist ein Hinweis darauf, dass der Ort einmal einem "(Frei-)Herrn von Mauenheim" unterstanden haben muss.

Mauenheim ("Maulem") und Nippesauf der Tranchot-Karte von Köln; 1807/08 (Ausschnitt)

Kern des Ortes bildeten die drei "Mauenheimer Höfe"; um die Höfe herum gab es mehrere "Mansen", kleine Häuschen von Pächtern ("Halfwinnern" oder "Halfen"). Der Rheinarm war im 15. und 16. Jahrhundert bereits teilweise verlandet und bildete einen See, der allerdings bei Rheinhochwasser meist wieder überflutet wurde. Dieser See wurde für den Fischfang genutzt; es hat wegen der Fischereirechte mehrfach Auseinandersetzungen gegeben zwischen dem Propst von St. Kunibert und seinen Stiftsherren.

Irgendwann im 15. oder 16. Jahrhundert kam für ein Wohngebiet innerhalb der "Herrlichkeit Mauenheim" die Bezeichnung "Nippes" auf; erstmalig belegt ist der Name in einer Urkunde aus dem Jahre 1549. Es gibt mehrere Landkarten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, auf denen Mauenheim und Nippes als zwei verschiedene, aber nah beieinanderliegende Orte verzeichnet sind (so auch auf dem entsprechenden Blatt der Tranchot-Karte; um 1807/8). Der Name Nippes ging dann aber allmählich auf die gesamte Ortschaft über, so dass der Ortsname "Mauenheim" sozusagen frei wurde. So wurde der Stadtteil, der in der Nachbarschaft von Nippes in den 1920er Jahren neu entstand, wieder Mauenheim genannt.

Literatur:

  • Peter Schreiber: Mauenheim einst und jetzt. Köln (2. Auflage) 1962
  • Vorbereitungskreis 800 Jahre Mauenheim (Hrsg.): Von der Herrlichkeit Mauenheim zum herrlichen Mauenheim. Köln 1999

Weblink:

Wikipedia: Köln-Mauenheim