Gummi-Plaat

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Rechnung der Firma Plaat aus dem Jahre 1951

Die Gummiwarenfabrik Carl Plaat hatte ihr Betriebsgelände an der Niehler Straße 312. Der Beginn der Produktion fällt in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts; produziert wurden Kleidungsstücke und Hygienewaren aus Gummi wie z. B. Badekappen, Gummischürzen und Gummihosen.

In den 1920er und 1930er Jahren war der Betrieb bekannt dafür, dass die KPD-nahe "RGO" ("Revolutionäre Gewerkschafts-Opposition") in seiner Belegschaft stark vertreten war (ganz anders: die Clouth-Werke). Schon im Oktober 1933 wurde die "rote" Gewerkschaftsorganisation zerschlagen: Auf die Denunziation eines Belegschaftsmitglied hin erfolgte eine Razzia im Werk. 32 Arbeiterinnen und Arbeiter (etwa 10 % der gesamten Belegschaft) wurden in "Schutzhaft" genommen, 23 von ihnen wurden später zu Haftstrafen verurteilt

Auch 1934 und 1935 werden einigen weiteren Belegschaftsmitgliedern der Firma Plaat noch Prozesse gemacht wegen "kommunistischer Umtriebe".[1]

Im 2. Weltkrieg wird das Werk durch Bomben zerstört, insbesondere bei dem Luftangriff am 27./28. April 1942.[2]

"Gummi-Plaat" nahm nach Kriegsende seine Produktion wieder auf. Das Werk bestand dann bis in die 1980-er Jahre.


Quellen:

  1. Volker Kordewich; Siegfried Pfankuche-Klemenz; Heike Schröer: Hochverratssache! Haft! – Kommunistischer Widerstand im Spiegel der Prozesse vor dem OLG Hamm. in: Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. (Hrsg.): ...de Fahn erus! Köln-Nippes im Nationalsozialismus; Köln 1997, Ss. 83-102
  2. website "Bombenkrieg im Rheinland"