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	<title>NippesWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-06-16T02:12:47Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3867</id>
		<title>Blücherpark</title>
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		<updated>2013-07-29T16:10:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Blücherpark&#039;&#039;&#039; feierte im Jahre 2013 sein 100-jähriges Jubiläum. Das [[Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V.]] erarbeitete auf Wunsch der [http://www.koelnwiki.de/index.php?title=Stadtbezirk_Nippes Bezirksvertretung] [[Nippes]] eine Broschüre und eine Ausstellung. Der Inhalt dieser Broschüre wird hier in leicht veränderter Form wiedergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet des heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln-Ehrenfeld Ehrenfeld] dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in [[Köln]] ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das &#039;&#039;&#039;Ehrentor (Ihrepootz)&#039;&#039; und ging nach Westen über die &#039;&#039;Ehrenstraße&#039;&#039;, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039; Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe an, darunter Firmen wie &#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039; oder die Parfümeriefabrik &#039;&#039;Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;&amp;quot;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in [[Nippes]] aus. Bis zur Ansiedlung der [[EAW|Eisenbahnwerkstätte Köln Nippes]] (1862) und der [[Clouth-Werke|Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik]] (1886) war &#039;&#039;Nippes&#039;&#039; ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihren Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039; der &#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039; nach Entwürfen des Gartenbaudirektor [http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Encke Fritz (Friedrich August Ernst) Encke] (*5.4.1861, †12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Leipziger Platz&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039; (heute: &#039;&#039;Erzbergerplatz&#039;&#039;) gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbeet bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steinernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des &#039;&#039;&#039;Volksparks&#039;&#039;&#039; entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;frei zugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
Ein integriertes Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum sollte dem geselligen Beisammensein dienen. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifunktional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 ½ ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln-Ehrenfeld Ehrenfeld] zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen würden. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;Südwestseite&#039;&#039; des Parks musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde &#039;&#039;Fritz Encke&#039;&#039; beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Encke&#039;&#039; entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den &#039;&#039;Blücherpark&#039;&#039;, dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger von &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039; und [[Nippes]], sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte &#039;&#039;Schlachthofbahn&#039;&#039;, bog - aus der Innenstadt kommend - an der &#039;&#039;Subbelrather Straße&#039;&#039; rechts in die &#039;&#039;Liebigstraße&#039;&#039; ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Kölnische Zeitung&#039;&#039; vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik &#039;&#039;Städtische Nachrichten&#039;&#039;: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung [[Köln]]s zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule &#039;&#039;Ossendorfer Straße&#039;&#039; (heute: &#039;&#039;Osterather Straße&#039;&#039;) von 1954 heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;zwischen&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die &#039;&#039;Ossendorfer Straße&#039;&#039; führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen &#039;&#039;Blücherpark&#039;&#039; (Volksmund: &#039;&#039;Herkulespark&#039;&#039;) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des Architekten und Stadtplaners &#039;&#039;Fritz Schumacher&#039;&#039; (*4.11.1869, †5.11.1947) sollte der &#039;&#039;Blücherpark&#039;&#039; in den 1920er Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem [[Innerer Grüngürtel|Inneren Grüngürtel]] verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zur &#039;&#039;Militärringstraße&#039;&#039;. Doch die Verwirklichung des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen &#039;&#039;Robert-Perthel-Straße&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Escher Straße]]&#039;&#039; fand man 1969 120.000 m3 Unrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Heinz-Detlev Dunkel&#039;&#039; schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserregenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die Fußgängerbrücke über die &#039;&#039;Äußere Kanalstraße&#039;&#039; an die geplanten Erweiterungen des &#039;&#039;Blücherparks&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark heute ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Blücherpark&#039;&#039;&#039; ist von allen Seiten zugänglich und an den Außenseiten waldartig umsäumt. Weiter innen befinden sich Rasen- und Wasserflächen. Von Neu-Ehrenfeld aus führen zwei Fußgängerbrücken über die A 57.&lt;br /&gt;
Die Gestaltung folgt nach einem Rechtseckschema und ist symmetrisch an einer gedachten Mittelachse angeordnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seitlichen Alleen und der Mittelteich erinnern zusammen mit den steinernen Dekorelementen an einen barocken Schlossgarten.&lt;br /&gt;
Am Südost-Ende des Teiches war anstelle eines Schlosses ein dreiflügeliges Volkshaus mit Gartenterasse geplant. Es war für Familienfeste und Bildungsveranstaltugen gedacht, wurde aber nie realisiert.&lt;br /&gt;
Die 700 x 200 m große Parkfläche wird durch eine Querachse geteilt, die eine Verlängerung der &#039;&#039;Heidemannstraße&#039;&#039; darstellt und durch eine Fußgängerbrücke mit Ehrenfeld verbunden ist.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Nordteil&#039;&#039; besteht aus einer großen Rasenfläche, während der &#039;&#039;Südteil&#039;&#039; verschiedene Gestaltungselemente aufweist: Ruhebänke, ein Blumenbeet, eine Spielwiese und Tischtennisplatten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die beste Raumwirkung hat man von einem kleinen Wasserbecken am südöstlichen Rand des Parks aus. Hier kann das Auge entlang der Symmetrieachse über das gesamte Parkgelände schweifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind an den Wegekreuzungen die massiven Kugeln auf Postamenten oder die Halbkugeln, direkt auf dem Boden liegend.&lt;br /&gt;
In der Mitte des Parks liegt der große &#039;&#039;Weiher&#039;&#039;, zu dem Treppenstufen hinabführen. Das Wasser des Teichs spiegelt den Himmel und intensiviert den Raumeindruck.&lt;br /&gt;
In der Winterzeit, wenn der Weiher zugefroren ist, kann man Schlittschuhläufer antreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der &#039;&#039;Südseite&#039;&#039; lädt eine Restauration in einem Bootshaus zu Verweilen und Kahnfahren ein.&lt;br /&gt;
Die Längsseiten des Teichs sind von einer Lindenallee umsäumt.&lt;br /&gt;
Treppen führen beidseitig über ummauerte Platzanlagen zur großen Querachse. Dort befindet sich ein symmetrisch angelegter Blumengarten. Hier wird die Anlehnung an barocke Gartengestaltung deutlich: verwinkelte Anlagen mit gebrochener Wegeführung, Abstufungen und Mauerelementen. Löwenskulpturen mit der Assoziation von Wächterfiguren unterstreichen diese Wirkung.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Nordteil&#039;&#039; liegt um etwa 70 cm erhöht und über eine breite Steintreppe erreicht man eine Aussichtsbastion. Bäume säumen die riesige Rasenfläche, die als Volkswiese angelegt wurde und gerne für sportliche Aktivitäten genutzt wird.&lt;br /&gt;
An der gesamten &#039;&#039;Ostseite&#039;&#039; schließen sich an den Park weitere Freizeitflächen an, insbesondfere ein tief liegender Fußballplatz und ein Naturgarten. Ein Spielplatz und ein Ruhebereich mit Sitzplätzen runden hier das Bild ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wohin gehört der Blücherpark? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Eine der ersten Schöpfungen dieser Art&#039;&#039; (gemeint ist der Typ &amp;quot;Volkspark&amp;quot;) &#039;&#039;ist der zwischen den Stadtteilen&#039;&#039; (gemeint: &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039; und &#039;&#039;Nippes&#039;&#039;) &#039;&#039;gelegene, im Jahr 1913 fertiggestellte Blücherpark in Köln&amp;quot; &#039;&#039;, schreibt Encke 1925. - &#039;&#039;&amp;quot;Dass die Bewohner von [[Bilderstöckchen]] den Blücherpark nicht so recht als ihren Park ansehen, ist nicht weiter verwunderlich. Denn bis zum Bau der Autobahn war dieser nicht nur von &#039;&#039;Neu-Ehrenfeld&#039;&#039; beansprucht, sondern auch Karten und Stadtpläne trugen dieser Meinung bis in die sechziger Jahre hinein Rechnung. Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Parks, ist dies keineswegs logisch. Denn danach hätte [[Nippes]] ebenfalls Anspruch auf den Park gehabt. Ein echter Grenzfall also, der erst bei der Gebietsneuordnung 1975 geklärt wurde. Seitdem gehört der Park eindeutig zu [[Bilderstöckchen]]. Er ist somit nicht nur optisch, sondern auch durch die Bezirksgrenze von Ehrenfeld abgeschnitten&amp;quot;&#039;&#039;, stellt &#039;&#039;Heinz-Detlev Dunkel&#039;&#039; fest - und Recht hat er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln, Jg. 1912&lt;br /&gt;
* Fritz Encke: Die Entwicklung des öffentlichen Grüns in den Städten mit besonderer Berücksichtigung der Kölner Anlage. 1925&lt;br /&gt;
* Historische Straßenbahn Köln e.V.&lt;br /&gt;
* Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße. 1954&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Morgen-Ausgabe, Sonntag, 24. Mai 1913&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Abend-Ausgabe, Montag, 30. Juni 1913&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Morgen-Ausgabe, Sonntag, 6. Juli 1913&lt;br /&gt;
* Heinz-Detlef Dunkel: Bilderstöckchen…auch ein Stadtteil. Sb-Verlag, Köln 1993&lt;br /&gt;
* René Zey: Parks in Köln. Greven Verlag Köln, 1993&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebiete]] [[Kategorie:Geschichte]] [[Kategorie:Parks]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3861</id>
		<title>Blücherpark</title>
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		<updated>2013-07-28T14:06:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserregenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Blücherpark ist von allen Seiten zugänglich und an den Außenseiten waldartig umsäunt. Nach innen befinden sich Rasen- und Wasserflächen. Von Neu-Ehrenfeld aus führen zwei Fußgängerbrücken über die A 57.&lt;br /&gt;
Die Gestaltung folgt nach einem Rechtseckschema und ist symmetrisch an einer gedachten Mittelachse angeordnet. &lt;br /&gt;
Die seitlichen Alleen und der Mittelteich erinnern zusammen mit den steinernen Dekorelementen an eine barocken Schlossgarten.&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;Südost-Ende&#039;&#039;&#039; des Teiches war anstelle eines Schlosses ein dreiflügeliges Volkshaus mit Gartenterasse geplant. Es war für Familienfeste und Bildungsveranstaltugen gedacht, wurde aber nie realisiert.&lt;br /&gt;
Die 700 x 200 m große Parkfläche wird durch eine Querachse geteilt, die eine Verlängerung der Heidemannstraße darstellt und durch eine Fußgängerbrücke mit Ehrenfeld verbunden ist.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; besteht aus einer großen Rasenfläche, während der &#039;&#039;&#039;Südteil&#039;&#039;&#039; verschiedene Gestaltungselemente aufweist: Ruhebänke, ein Blumenbeet, eine Spielwiese und Tischtennisplatten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die beste Raumwirkung hat man von einem kleinen Wasserbecken am &#039;&#039;&#039;südöstlichen Rand&#039;&#039;&#039; des Parks aus. Hier kann das Auge entlang der Symmetrieachse über das gesamte Parkgelände schweifen.&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind an den Wegekreuzungen die massiven Kugeln auf Postamenten oder die Halbkugeln, direkt auf dem Boden liegend.&lt;br /&gt;
In der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; des Parks liegt der große Weiher, zu dem Treppenstufen hinabführen. Das Wasser des Teichs spiegelt den Himmel und vergrößert den Raumeindruck.&lt;br /&gt;
In der Winterzeit, wenn der Weiher zugefroren ist, kann man Schlittschuhläufer antreffen.&lt;br /&gt;
An der &#039;&#039;&#039;Südseite&#039;&#039;&#039; lädt eine Restauration in einem Bootshaus zu Verweilen und Kahnfahren ein.&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Längsseiten&#039;&#039;&#039; des Teichs sind von einer Lindenallee umsäumt.&lt;br /&gt;
Treppen führen beidseitig über ummauerte Platzanlagen zur großen Querachse. Dort befindet sich ein symmetrisch angelegter Blumengarten. Hier wird die Anlehnung an barocke Gartengestaltung deutlich: verwinkelte Anlagen mit gebrochener Wegeführung, Abstufungen und Mauerelementen. Löwenskulpturen mit der Assoziation von Wächterfiguren unterstreichen diese Wirkung.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; liegt um etwa 70 cm erhöht und über eine breite Steintreppe erreicht man eine Aussichtsbastion. Bäume säumen die riesige Rasenfläche, die als Volkswiese angelegt wurde und gerne für sportliche Aktivitäten genutzt wird.&lt;br /&gt;
An der gesamten &#039;&#039;&#039;Ostseite&#039;&#039;&#039; schließen sich an den Park weitere Freizeitflächen an, insbesondfere ein tief liegender Fußballplatz und ein Naturgarten. Ein Spielplatz und ein Ruhebereich mit Sitzplätzen runden hier das Bild ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wem gehört der Blücherpark - dem Stadtbezirk Nippes oder Ehrenfeld? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Eine der ersten Schöpfungen dieser Art&#039;&#039; (gemeint ist der Volkspark) &#039;&#039;ist der &#039;&#039;&#039;zwischen den Stadtteilen &#039;&#039;&#039; gelegene, im Jahr 1913 fertiggestellte Blücherpark in Köln&amp;quot; &#039;&#039;&#039;, schreibt Encke 1925.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Dass die Bewohner von Bilderstöckchen den Blücherpark nicht so recht als ihren Park ansehen, ist nicht weiter verwunderlich. Denn bis zum Bau der Autobahn war dieser nicht nur von Neu-Ehrenfeld beansprucht, sondern auch Karten und Stadtpläne trugen dieser Meinung bis in die sechziger Jahre hinein Rechnung. Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Parks, ist dies keineswegs logisch. Denn danach hätte Nippes ebenfalls Anspruch auf den Park gehabt. Ein echter Grenzfall also, der erst bei der Gebietsneuordnung 1975 geklärt wurde. Seitdem gehört der Park eindeutig zu Bilderstöckchen. Er ist somit nicht nur optisch, sondern auch durch die Bezirksgrenze von Ehrenfeld abgeschnitten&amp;quot;&#039;, stellt Heinz-Detlev Dunkel fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln, Jg. 1912&lt;br /&gt;
* Fritz Encke: Die Entwicklung des öffentlichen Grüns in den Städten mit besonderer Berücksichtigung der Kölner Anlage. 1925&lt;br /&gt;
* Historische Straßenbahn Köln e.V.&lt;br /&gt;
* Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße. 1954&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Morgen-Ausgabe, Sonntag, 24. Mai 1913&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Abend-Ausgabe, Montag, 30. Juni 1913&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Morgen-Ausgabe, Sonntag, 6. Juli 1913&lt;br /&gt;
* Heinz-Detlev Dunkel: Bilderstöckchen ... auch ein Stadtteil. SB-Verlag Köln. o.J.&lt;br /&gt;
* René Zey: Parks in Köln. Greven Verlag Köln, 1993&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3860</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3860"/>
		<updated>2013-07-28T14:05:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Wem gehört der Blücherpark - dem Stadtbezirk Nippes oder Ehrenfeld? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserregenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Blücherpark ist von allen Seiten zugänglich und an den Außenseiten waldartig umsäunt. Nach innen befinden sich Rasen- und Wasserflächen. Von Neu-Ehrenfeld aus führen zwei Fußgängerbrücken über die A 57.&lt;br /&gt;
Die Gestaltung folgt nach einem Rechtseckschema und ist symmetrisch an einer gedachten Mittelachse angeordnet. &lt;br /&gt;
Die seitlichen Alleen und der Mittelteich erinnern zusammen mit den steinernen Dekorelementen an eine barocken Schlossgarten.&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;Südost-Ende&#039;&#039;&#039; des Teiches war anstelle eines Schlosses ein dreiflügeliges Volkshaus mit Gartenterasse geplant. Es war für Familienfeste und Bildungsveranstaltugen gedacht, wurde aber nie realisiert.&lt;br /&gt;
Die 700 x 200 m große Parkfläche wird durch eine Querachse geteilt, die eine Verlängerung der Heidemannstraße darstellt und durch eine Fußgängerbrücke mit Ehrenfeld verbunden ist.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; besteht aus einer großen Rasenfläche, während der &#039;&#039;&#039;Südteil&#039;&#039;&#039; verschiedene Gestaltungselemente aufweist: Ruhebänke, ein Blumenbeet, eine Spielwiese und Tischtennisplatten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die beste Raumwirkung hat man von einem kleinen Wasserbecken am &#039;&#039;&#039;südöstlichen Rand&#039;&#039;&#039; des Parks aus. Hier kann das Auge entlang der Symmetrieachse über das gesamte Parkgelände schweifen.&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind an den Wegekreuzungen die massiven Kugeln auf Postamenten oder die Halbkugeln, direkt auf dem Boden liegend.&lt;br /&gt;
In der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; des Parks liegt der große Weiher, zu dem Treppenstufen hinabführen. Das Wasser des Teichs spiegelt den Himmel und vergrößert den Raumeindruck.&lt;br /&gt;
In der Winterzeit, wenn der Weiher zugefroren ist, kann man Schlittschuhläufer antreffen.&lt;br /&gt;
An der &#039;&#039;&#039;Südseite&#039;&#039;&#039; lädt eine Restauration in einem Bootshaus zu Verweilen und Kahnfahren ein.&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Längsseiten&#039;&#039;&#039; des Teichs sind von einer Lindenallee umsäumt.&lt;br /&gt;
Treppen führen beidseitig über ummauerte Platzanlagen zur großen Querachse. Dort befindet sich ein symmetrisch angelegter Blumengarten. Hier wird die Anlehnung an barocke Gartengestaltung deutlich: verwinkelte Anlagen mit gebrochener Wegeführung, Abstufungen und Mauerelementen. Löwenskulpturen mit der Assoziation von Wächterfiguren unterstreichen diese Wirkung.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; liegt um etwa 70 cm erhöht und über eine breite Steintreppe erreicht man eine Aussichtsbastion. Bäume säumen die riesige Rasenfläche, die als Volkswiese angelegt wurde und gerne für sportliche Aktivitäten genutzt wird.&lt;br /&gt;
An der gesamten &#039;&#039;&#039;Ostseite&#039;&#039;&#039; schließen sich an den Park weitere Freizeitflächen an, insbesondfere ein tief liegender Fußballplatz und ein Naturgarten. Ein Spielplatz und ein Ruhebereich mit Sitzplätzen runden hier das Bild ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wem gehört der Blücherpark - dem Stadtbezirk Nippes oder Ehrenfeld? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Eine der ersten Schöpfungen dieser Art&#039;&#039; (gemeint ist der Volkspark) &#039;&#039;ist der &#039;&#039;&#039;zwischen den Stadtteilen &#039;&#039;&#039; gelegene, im Jahr 1913 fertiggestellte Blücherpark in Köln&amp;quot; &#039;&#039;&#039;, schreibt Encke 1925.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Dass die Bewohner von Bilderstöckchen den Blücherpark nicht so recht als ihren Park ansehen, ist nicht weiter verwunderlich. Denn bis zum Bau der Autobahn war dieser nicht nur von Neu-Ehrenfeld beansprucht, sondern auch Karten und Stadtpläne trugen dieser Meinung bis in die sechziger Jahre hinein Rechnung. Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Parks, ist dies keineswegs logisch. Denn danach hätte Nippes ebenfalls Anspruch auf den Park gehabt. Ein echter Grenzfall also, der erst bei der Gebietsneuordnung 1975 geklärt wurde. Seitdem gehört der Park eindeutig zu Bilderstöckchen. Er ist somit nicht nur optisch, sondern auch durch die Bezirksgrenze von Ehrenfeld abgeschnitten&amp;quot;&#039;, stellt Heinz-Detlev Dunkel fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln, Jg. 1912&lt;br /&gt;
* Fritz Encke: Die Entwicklung des öffentlichen Grüns in den Städten mit besonderer Berücksichtigung der Kölner Anlage. 1925&lt;br /&gt;
* Historische Straßenbahn Köln e.V.&lt;br /&gt;
* Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße. 1954&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Morgen-Ausgabe, Sonntag, 24. Mai 1913&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Abend-Ausgabe, Montag, 30. Juni 1913&lt;br /&gt;
* Stadt-Anzeiger, Morgen-Ausgabe, Sonntag, 6. Juli 1913&lt;br /&gt;
* Heinz-Detlev Dunkel: Bilderstöckchen ... auch ein Stadtteil. SB-Verlag Köln. o.J.&lt;br /&gt;
* René Zey: Parks in Köln. Greven Verlag Köln, 1993&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinhold Kruse und Winfried Schumacher, Der Altenberger Hof; in: Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. (Hrsg.), Stände, Stempel, alte Steine; Köln 1994 &lt;br /&gt;
Sven Seiler, Das römische Gutshaus am Weiher; in: Reinhold Kruse, Der Nippeser Weiher; Köln 2006&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3859</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3859"/>
		<updated>2013-07-28T13:55:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Wem gehört der Blücherpark - dem Stadtbezirk Nippes oder Ehrenfeld? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserregenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Blücherpark ist von allen Seiten zugänglich und an den Außenseiten waldartig umsäunt. Nach innen befinden sich Rasen- und Wasserflächen. Von Neu-Ehrenfeld aus führen zwei Fußgängerbrücken über die A 57.&lt;br /&gt;
Die Gestaltung folgt nach einem Rechtseckschema und ist symmetrisch an einer gedachten Mittelachse angeordnet. &lt;br /&gt;
Die seitlichen Alleen und der Mittelteich erinnern zusammen mit den steinernen Dekorelementen an eine barocken Schlossgarten.&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;Südost-Ende&#039;&#039;&#039; des Teiches war anstelle eines Schlosses ein dreiflügeliges Volkshaus mit Gartenterasse geplant. Es war für Familienfeste und Bildungsveranstaltugen gedacht, wurde aber nie realisiert.&lt;br /&gt;
Die 700 x 200 m große Parkfläche wird durch eine Querachse geteilt, die eine Verlängerung der Heidemannstraße darstellt und durch eine Fußgängerbrücke mit Ehrenfeld verbunden ist.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; besteht aus einer großen Rasenfläche, während der &#039;&#039;&#039;Südteil&#039;&#039;&#039; verschiedene Gestaltungselemente aufweist: Ruhebänke, ein Blumenbeet, eine Spielwiese und Tischtennisplatten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die beste Raumwirkung hat man von einem kleinen Wasserbecken am &#039;&#039;&#039;südöstlichen Rand&#039;&#039;&#039; des Parks aus. Hier kann das Auge entlang der Symmetrieachse über das gesamte Parkgelände schweifen.&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind an den Wegekreuzungen die massiven Kugeln auf Postamenten oder die Halbkugeln, direkt auf dem Boden liegend.&lt;br /&gt;
In der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; des Parks liegt der große Weiher, zu dem Treppenstufen hinabführen. Das Wasser des Teichs spiegelt den Himmel und vergrößert den Raumeindruck.&lt;br /&gt;
In der Winterzeit, wenn der Weiher zugefroren ist, kann man Schlittschuhläufer antreffen.&lt;br /&gt;
An der &#039;&#039;&#039;Südseite&#039;&#039;&#039; lädt eine Restauration in einem Bootshaus zu Verweilen und Kahnfahren ein.&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Längsseiten&#039;&#039;&#039; des Teichs sind von einer Lindenallee umsäumt.&lt;br /&gt;
Treppen führen beidseitig über ummauerte Platzanlagen zur großen Querachse. Dort befindet sich ein symmetrisch angelegter Blumengarten. Hier wird die Anlehnung an barocke Gartengestaltung deutlich: verwinkelte Anlagen mit gebrochener Wegeführung, Abstufungen und Mauerelementen. Löwenskulpturen mit der Assoziation von Wächterfiguren unterstreichen diese Wirkung.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; liegt um etwa 70 cm erhöht und über eine breite Steintreppe erreicht man eine Aussichtsbastion. Bäume säumen die riesige Rasenfläche, die als Volkswiese angelegt wurde und gerne für sportliche Aktivitäten genutzt wird.&lt;br /&gt;
An der gesamten &#039;&#039;&#039;Ostseite&#039;&#039;&#039; schließen sich an den Park weitere Freizeitflächen an, insbesondfere ein tief liegender Fußballplatz und ein Naturgarten. Ein Spielplatz und ein Ruhebereich mit Sitzplätzen runden hier das Bild ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wem gehört der Blücherpark - dem Stadtbezirk Nippes oder Ehrenfeld? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Eine der ersten Schöpfungen dieser Art&#039;&#039; (gemeint ist der Volkspark) &#039;&#039;ist der &#039;&#039;&#039;zwischen den Stadtteilen &#039;&#039;&#039; gelegene, im Jahr 1913 fertiggestellte Blücherpark in Köln&amp;quot; &#039;&#039;&#039;, schreibt Encke 1925.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Dass die Bewohner von Bilderstöckchen den Blücherpark nicht so recht als ihren Park ansehen, ist nicht weiter verwunderlich. Denn bis zum Bau der Autobahn war dieser nicht nur von Neu-Ehrenfeld beansprucht, sondern auch Karten und Stadtpläne trugen dieser Meinung bis in die sechziger Jahre hinein Rechnung. Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Parks, ist dies keineswegs logisch. Denn danach hätte Nippes ebenfalls Anspruch auf den Park gehabt. Ein echter Grenzfall also, der erst bei der Gebietsneuordnung 1975 geklärt wurde. Seitdem gehört der Park eindeutig zu Bilderstöckchen. Er ist somit nicht nur optisch, sondern auch durch die Bezirksgrenze von Ehrenfeld abgeschnitten&amp;quot;&#039;, stellt Heinz-Detlev Dunkel fest.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3858</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3858"/>
		<updated>2013-07-28T13:36:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Der Blücherpark */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserregenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Blücherpark ist von allen Seiten zugänglich und an den Außenseiten waldartig umsäunt. Nach innen befinden sich Rasen- und Wasserflächen. Von Neu-Ehrenfeld aus führen zwei Fußgängerbrücken über die A 57.&lt;br /&gt;
Die Gestaltung folgt nach einem Rechtseckschema und ist symmetrisch an einer gedachten Mittelachse angeordnet. &lt;br /&gt;
Die seitlichen Alleen und der Mittelteich erinnern zusammen mit den steinernen Dekorelementen an eine barocken Schlossgarten.&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;Südost-Ende&#039;&#039;&#039; des Teiches war anstelle eines Schlosses ein dreiflügeliges Volkshaus mit Gartenterasse geplant. Es war für Familienfeste und Bildungsveranstaltugen gedacht, wurde aber nie realisiert.&lt;br /&gt;
Die 700 x 200 m große Parkfläche wird durch eine Querachse geteilt, die eine Verlängerung der Heidemannstraße darstellt und durch eine Fußgängerbrücke mit Ehrenfeld verbunden ist.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; besteht aus einer großen Rasenfläche, während der &#039;&#039;&#039;Südteil&#039;&#039;&#039; verschiedene Gestaltungselemente aufweist: Ruhebänke, ein Blumenbeet, eine Spielwiese und Tischtennisplatten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die beste Raumwirkung hat man von einem kleinen Wasserbecken am &#039;&#039;&#039;südöstlichen Rand&#039;&#039;&#039; des Parks aus. Hier kann das Auge entlang der Symmetrieachse über das gesamte Parkgelände schweifen.&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind an den Wegekreuzungen die massiven Kugeln auf Postamenten oder die Halbkugeln, direkt auf dem Boden liegend.&lt;br /&gt;
In der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; des Parks liegt der große Weiher, zu dem Treppenstufen hinabführen. Das Wasser des Teichs spiegelt den Himmel und vergrößert den Raumeindruck.&lt;br /&gt;
In der Winterzeit, wenn der Weiher zugefroren ist, kann man Schlittschuhläufer antreffen.&lt;br /&gt;
An der &#039;&#039;&#039;Südseite&#039;&#039;&#039; lädt eine Restauration in einem Bootshaus zu Verweilen und Kahnfahren ein.&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Längsseiten&#039;&#039;&#039; des Teichs sind von einer Lindenallee umsäumt.&lt;br /&gt;
Treppen führen beidseitig über ummauerte Platzanlagen zur großen Querachse. Dort befindet sich ein symmetrisch angelegter Blumengarten. Hier wird die Anlehnung an barocke Gartengestaltung deutlich: verwinkelte Anlagen mit gebrochener Wegeführung, Abstufungen und Mauerelementen. Löwenskulpturen mit der Assoziation von Wächterfiguren unterstreichen diese Wirkung.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; liegt um etwa 70 cm erhöht und über eine breite Steintreppe erreicht man eine Aussichtsbastion. Bäume säumen die riesige Rasenfläche, die als Volkswiese angelegt wurde und gerne für sportliche Aktivitäten genutzt wird.&lt;br /&gt;
An der gesamten &#039;&#039;&#039;Ostseite&#039;&#039;&#039; schließen sich an den Park weitere Freizeitflächen an, insbesondfere ein tief liegender Fußballplatz und ein Naturgarten. Ein Spielplatz und ein Ruhebereich mit Sitzplätzen runden hier das Bild ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wem gehört der Blücherpark - dem Stadtbezirk Nippes oder Ehrenfeld? ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3857</id>
		<title>Blücherpark</title>
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		<updated>2013-07-28T13:35:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Der Blücherpark */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserregenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Blücherpark ist von allen Seiten zugänglich und an den Außenseiten waldartig umsäunt. Nach innen befinden sich Rasen- und Wasserflächen. Von Neu-Ehrenfeld aus führen zwei Fußgängerbrücken über die A 57.&lt;br /&gt;
Die Gestaltung folgt nach einem Rechtseckschema und ist symmetrisch an einer gedachten Mittelachse angeordnet. &lt;br /&gt;
Die seitlichen Alleen und der Mittelteich erinnern zusammen mit den steinernen Dekorelementen an eine barocken Schlossgarten.&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;Südost-Ende&#039;&#039;&#039; des Teiches war anstelle eines Schlosses ein dreiflügeliges Volkshaus mit Gartenterasse geplant. Es war für Familienfeste und Bildungsveranstaltugen gedacht, wurde aber nie realisiert.&lt;br /&gt;
Die 700 x 200 m große Parkfläche wird durch eine Querachse geteilt, die eine Verlängerung der Heidemannstraße darstellt und durch eine Fußgängerbrücke mit Ehrenfeld verbunden ist.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; besteht aus einer großen Rasenfläche, während der &#039;&#039;&#039;Südteil&#039;&#039;&#039; verschiedene Gestaltungselemente aufweist: Ruhebänke, ein Blumenbeet, eine Spielwiese und Tischtennisplatten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die beste Raumwirkung hat man von einem kleinen Wasserbecken am &#039;&#039;&#039;südöstlichen Rand&#039;&#039;&#039; des Parks aus. Hier kann das Auge entlang der Symmetrieachse über das gesamte Parkgelände schweifen.&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind an den Wegekreuzungen die massiven Kugeln auf Postamenten oder die Halbkugeln, direkt auf dem Boden liegend.&lt;br /&gt;
In der &#039;&#039;&#039;Mitte&#039;&#039;&#039; des Parks liegt der große Weiher, zu dem Treppenstufen hinabführen. Das Wasser des Teichs spiegelt den Himmel und vergrößert den Raumeindruck.&lt;br /&gt;
In der Winterzeit, wenn der Weiher zugefroren ist, kann man Schlittschuhläufer antreffen.&lt;br /&gt;
An der &#039;&#039;&#039;Südseite&#039;&#039;&#039; lädt eine Restauration in einem Bootshaus zu Verweilen und Kahnfahren ein.&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Längsseiten&#039;&#039;&#039; des Teichs sind von einer Lindenallee umsäumt.&lt;br /&gt;
Treppen führen beidseitig über ummauerte Platzanlagen zur großen Querachse. Dort befindet sich ein symmetrisch angelegter Blumengarten. Hier wird die Anlehnung an barocke Gartengestaltung deutlich: verwinkelte Anlagen mit gebrochener Wegeführung, Abstufungen und Mauerelementen. Löwenskulpturen mit der Assoziation von Wächterfiguren unterstreichen diese Wirkung.&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Nordteil&#039;&#039;&#039; liegt um etwa 70 cm erhöht und über eine breite Steintreppe erreicht man eine Aussichtsbastion. Bäume säumen die riesige Rasenfläche, die als Volkswiese angelegt wurde und gerne für sportliche Aktivitäten genutzt wird.&lt;br /&gt;
An der gesamten &#039;&#039;&#039;Ostseite&#039;&#039;&#039; schließen sich an den Park weitere Freizeitflächen an, insbesondfere ein tief liegender Fußballplatz und ein Naturgarten. Ein Spielplatz und ein Ruhebereich mit Sitzplätzen runden hier das Bild ab.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3856</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3856"/>
		<updated>2013-07-28T13:11:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die geplanten Erweiterungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserregenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3855</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3855"/>
		<updated>2013-07-28T13:10:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die geplanten Erweiterungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hohe Dosen von krebserrenden chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3854</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3854"/>
		<updated>2013-07-28T13:09:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die geplanten Erweiterungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Plänen des &#039;&#039;&#039;Architekten und Stadtplaners Fritz Schumacher&#039;&#039;&#039; (geb. 4.11.1869, gest. 5.11.1947) sollte der Blücherpark in den 1920er-Jahren - um Sportanlagen und Kleingärten erweitert - eine der sogenannten radialen Speichen werden, die den Äußeren mit dem Inneren Grüngürtel verbinden sollten, um für eine noch bessere Durchgrünung der Stadt zu sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1964 für den Bau der A 47 der Park um einen schmalen Streifen an der Südwestseite verkleinert wurde, griff man den Gedanken Schumachers wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ausgleich plante man eine nördliche Erweiterung bis zum Militärring. Doch die Verwirklichugn des Projektes gestaltete sich sehr schwierig. Bei der Auskiesung und Wiederauffüllung des Geländes wurden erhebliche Altlasten gefunden. Allein auf dem Teilstück zwischen Robert-Perthel-Straße und [[Escher Straße]] wurden 1969 120.000 m3 Unrat gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz-Detlev Dunkel schreibt folgendes dazu: &#039;&#039;&amp;quot;Die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Gärtner fanden bei Grabungen auch Krankenhausabfälle... Drei Jahre nach der Fertigstellung des ersten Teilabschnitts sahen bereits viele Rasenflächen verbrannt aus. Rund 40 Bäume waren abgestorben... Dies veranlaßte im Oktober 1990 ein WDR-Fernsehteam nach Gründen zu suchen. In einem anliegenden Gewässer einer Kiesgrube wurden sie fündig. Hsen Dosen von krebserrenden chlorierten Kohelnwasserstoffen (CKW), die vermutlich aus dem Untergrund der Parkanlage stammten. Ferner stellte das WDR-Team fest, daß an den gebleichten Rasenstellen Methangas entwich. Dies sorgte in der Nippeser Bezirksvertretung für einigen Wirbel. Rund 130 Bohrungen bis zu einer Tiefe von drei Metern bestätigten zwar das Vorhandensein von Methangas, Kohlendioxyd und chlorierten Kohlenwasserstoffen, führten jedoch nicht zur Schließung der Anlage, da die gemessenen Werte den normalen Konzentrationen einer Hausmülldeponie entsprachen. Eine Gefährdung für Menschen schien somit nicht gegeben. Das ungewöhnliche Baumsterben war und ist damit weiterhin unklar.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur die &#039;&#039;&#039;Fußgängerbrücke&#039;&#039;&#039; über die Äußere Kanalstraße an die geplanten Erweiterungen des Blücherparks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Blücherpark ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3853</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3853"/>
		<updated>2013-07-28T12:43:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kölnische Zeitung vom 1. Juli 1913 schreibt in der Rubrik `Städtische Nachrichten`: &#039;&#039;&amp;quot;Heute wurde der zwischen Ehrenfeld und [[Nippes]] gelegene Blücherpark der Bevölkerung Kölns zur Benutzung übergeben...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Festschrift von 1954 zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Volksschule Ossendorfer Straße (heute: Osterrather Straße) heißt es: &#039;&#039;&amp;quot;Die Parkanlage an der Ossendorfer Straße, die im Jahre 1910 in Angriff genommen wurde, wurde am 1. Juli 1913 dem Publikum zur Benutzung freigegeben. Sie umfasst ein Gebiet von 17 ha, das &#039;&#039;&#039;zwischen&#039;&#039;&#039; Nippes und Ehrenfeld gelegen war. Die Ossendorfer Straße führte durch den Park, die Herkulesstraße sollte bis zu dem selben weitergeführt werden. Das Stadtverordnetenkollegium gab nach mehrmaliger Beratung der Parkanlage den Namen Blücherpark (Volksmund: Herkulespark) zur Erinnerung an die denkwürdige Zeit vor 100 Jahren, wo Marschall Blücher der gefeierste Held des Krieges war. In der Schulchronik heißt es damals (1913): Der Park ist wohl eine der eigenartigsten Anlagen der Stadt Köln. Stilgemäß sind die Wege, Blumenbete und der Teich von graden Linien begrenzt. Grüne Rasen und mannigfaltige Blumen bieten dem Auge eine wohltätige Abwechslung. Frische junge Bäume und Sträucher sind eine Zierde an den Wegen und werden im Laufe der Zeit den nötigen Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen geben. Ein provisorisches Restaurantshäuschen spendet Groß und Klein die verschiedensten Erfrischungen. Eine Spielwiese ist der Tummelplatz der Jugend.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geplanten Erweiterungen ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3852</id>
		<title>Blücherpark</title>
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		<updated>2013-07-28T12:23:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof - Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3851</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3851"/>
		<updated>2013-07-28T12:23:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltungsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzung vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebte und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof-Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts in die Liebigstraße ab und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3850</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3850"/>
		<updated>2013-07-28T12:21:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; an der &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltunsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzuhn vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebt und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof-Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts ab in die Liebigstraße und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3849</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3849"/>
		<updated>2013-07-28T12:20:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für einen Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltunsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzuhn vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebt und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof-Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts ab in die Liebigstraße und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3848</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3848"/>
		<updated>2013-07-28T12:19:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für eine Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadt Köln war dieser exklusive Gastaltunsansatz offenbar sehr willkommen, denn in der Ratssitzuhn vom 9. Dezembeer 1910 hieß es: Der Blücherpark wird &#039;&#039;&amp;quot;alle praktischen Bedürfnisse der Bevölkerung in der prägnantesten Form befriedigen, so dass man tatsächlich kaum in einer anderen Stadt in der Nähe eine Anlage von ähnlicher Großzügigkeit finden wird&amp;quot;.&#039;&#039; Mit der Ausführung wurde 1911 begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erholungsstätte nicht nur für die Bürger Ehrenfelds und Nipps, sondern auch für die Bewoner der Alt- und Neustadt war der Park dann tatsächliche Jahrzehnte lang eine beliebt und leicht erreichbare Erholungsstätte. Die Straßenbahnlinie 20 (Südbahnhof-Schlachthof), die sogenannte Schlachthofbahn, bog - aus der Innenstadt kommend - an der Subbelrather Straße rechts ab in die Liebigstraße und fuhr somit fast bis zum Eingang des Parks. Damit war diese Bahn ein attraktives Transportmittel für die Parkbesucher aus der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Eröffnung am 1. Juli 1913 ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3847</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3847"/>
		<updated>2013-07-28T12:10:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für eine Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3846</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3846"/>
		<updated>2013-07-28T12:09:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für eine Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;die Ursache der Gestaltung war&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3845"/>
		<updated>2013-07-28T12:09:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für eine Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039; (gemeint war der Barock) &#039;&#039;&amp;quot;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3844</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3844"/>
		<updated>2013-07-28T12:08:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für eine Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherparks freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039;(gemeint war der Barock) &#039;&#039;&amp;quot;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3843</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3843"/>
		<updated>2013-07-28T12:07:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Von der Idee zur Realisierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für eine Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des Blücherpark freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039;(gemeint war der Barock) &#039;&#039;&amp;quot;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3842</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3842"/>
		<updated>2013-07-28T12:07:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die Volkspark-Idee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Idee zur Realisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 begann die Stadt nach einem Grundstück für eine Volkspark als &#039;&#039;&#039;Naherholungsgebiet&#039;&#039;&#039; für die Bürger der Stadtteile [[Nippes]] und Ehrenfeld zu suchen. Sie wollte nicht nur ein geeignetes Terrain für den Park finden, sondern spekulierte damit, dass die städtischen Grundstückspreise in der Nähe des zukünftigen Parks an Wert gewinnen. Man plante, durch den Verkauf dieser Parzellen die Kosten für die Parkanlage zu erwirtschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundstücksspekulationen gingen jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieg (1914-1918) nicht auf, und die &amp;quot;Landhausbebauung&amp;quot; &#039;&#039;&#039;Südwestseite des Parks&#039;&#039;&#039; musste aufgegeben werden. Die 40 Hektar wurden stattdessen in den Jahren nach dem Krieg für Grundstücke zum Teil weniger wohlhabender Bürger freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 war ein geeignetes Grundstück gefunden und am 19. Oktober 1910 stellte der Beigeordnete Matzerath in der Ratssitzung einen ersten Fluchtlinienplan vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Planung und Durchführung wurde Fritz Encke beauftragt, der bei der inhaltlichen Gestaltung des [[Blücherpark]]s freie Hand hatte unter der Bedingung, dass er den Wunsch der Stadtverordneten respektierte, &#039;&#039;&amp;quot;dem Park eine solche Form zu geben, dass er auf den, der ihn durchwandert, einen möglichst großen, lang ausgedehnten Eindruck macht.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke entwarf eine streng symmetrisch gegliederte Anlage, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts, das künstlerisch vom Jugendstil geprägt war, auf den ersten Blick etwas unzeitgemäß erschien. Er selbst schrieb über den [[Blücherpark]], dass &#039;&#039;&amp;quot;nicht etwa die Sucht der Nachahmung jener Kunstrichtung&#039;&#039;(gemeint war der Barock) &#039;&#039;&amp;quot;die Ursache der Gestaltung war&amp;quot;&#039;&#039;, sondern der Entwurf sich aus dem Bestreben ergebe, den neuzeitlichen Anforderungen gerecht zu werden, die &#039;&#039;&amp;quot;man an den Volkspark einer Großstadt wohl stellen muß&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3841</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3841"/>
		<updated>2013-07-28T11:41:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Volkspark-Idee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des Volksparks entstand Ende des 19.Jahrhundert. Neu an dem Gedanken war, dass besonders die Bedürfniss der städtischen Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsraum berücksichtigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für Volksparks sind &#039;&#039;&#039;freizugängliche&#039;&#039;&#039;, zentrale, große und zusammenhängende, betretbare Spiel- und Sportflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Volksparks sollten aber nicht nur Erholungsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Freude an Kunst vermitteln. Daher wurden die Parks häufig mit Statuen geschmückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Volkshaus als Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungszentrum diente dem geselligen beisammensein. Hier konnten Feste gefeiert werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden, und in einer Bibliothek Bücher gelesen oder ausgeliehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke verfolgte schon früh den Gedanken des &amp;quot;sozialen Grüns&amp;quot; in den Großstädten. Seine grünen Oasen sollten multifuntional sein. Sowohl Spielplätze auch auch Schmuckgärten sollten den Bewohnern der Mietshäuser den häuslichen Garten ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Encke schreibt: &#039;&#039;&amp;quot;Um die Wende des Jahrhunderts wurden hie und da in Deutschland Volksparks geschaffen, die eine straffe architektonische Gliederung besitzen, wie sie die großen Hofgärten des Barock auszeichnet... Eine rechtwinkelige, von Alleen begleitete, 2 1/2 ha große Wiese, ein zum Kahnfahren und Schlittschuhlaufen bestimmtes steinumfaßtes Wasserbecken mit Springbrunnen, waldartige Pflanzung und breite, gradlinige Blumenrabatten kennzeichnen die Eigenart des Volksparks...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
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		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3840</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3840"/>
		<updated>2013-07-28T11:30:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt, in den neugewonnenen Stadtbezirken Grünbreiche anzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstanden in &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; der &#039;&#039;&#039;Helmholtzplatz&#039;&#039;&#039; (1910) und der &#039;&#039;&#039;Brandtsplatz&#039;&#039;&#039; (1910/14), in Nippes 1905 der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; und 1907 der &#039;&#039;&#039;[[Königin-Luise-Platz]]&#039;&#039;&#039; nach Entwürfen des &#039;&#039;&#039;Gartenbaudirektor Fritz (Friedrich August Ernst) Encke&#039;&#039;&#039; (geb. 5.4.1861, gest. 12.3.1931).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;[[Leipziger Platz]]&#039;&#039;&#039; wurde 1905 als aufwendige Parkanlage gestaltet. Sein Niveau lag tiefer als heute. Sechs Wege fühten in den Park. Den &#039;&#039;&#039;[[Erzbergerplatz]] ([[Königin-Luise-Platz]])&#039;&#039;&#039; gestaltete Encke auf dem freien Feld als einen dreigeteilten Jugendstilplatz. Außer einem Schmuckbereich und einer Ruhezone wurde ein Kinderspielplatz integriert. Ein großes Rosenbett bildete den Blickfang der Anlage, zahlreiche Rosenstöcke umsäumten den Weg. Als eine Besonderheit gelten die zwei Laubengänge mit der steiernen Pergola in der Mitte des Platzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kleinen Parkanlagen schreibt Encke: &#039;&#039;&amp;quot;Neben den größeren Parkanlagen entstanden gleichzeitg zahlreiche Grünplätze in den verschiedenen Stadtteilen. Sie sind weite Spielplätzte für die Jugend und intime Plätze für kleine Kinder und deren Begleitung, oder Erholungsanlagen für Ruhebedürftige...&amp;quot;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3839</id>
		<title>Blücherpark</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Bl%C3%BCcherpark&amp;diff=3839"/>
		<updated>2013-07-28T11:16:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: Die Seite wurde neu angelegt: „Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvert…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Blücherpark feierte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V. erarbeitete auf Wunsch der Bezirksvertretung Nippes eine Broschüre und eine Ausstellung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts war das Gebíet dres heutigen &#039;&#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;&#039; dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Belegt ist, dass noch im Jahre 1840 rund um eine Ziegelbrennerei nur drei Häuser standen, in denen insgesamt 32 Menschen wohnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs entstand in Köln ein Platzbedarf für Gewerbeflächen und preiswerten Wohnraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Köln aber innerhalb der Stadtmauern aus allen Nähten platzte, hatten überzeugte Politiker und Investoren die Idee des Ausbaus eines Vorortes. Im Jahre 1845 entschied die Politik den Bau des Ortes unter der Bezeichnung &#039;&#039;Ehrenfeld&#039;&#039;. Der Name erklärt sich aus der geographischen Lages des Areals zu Köln: Man verließ die Stadtmauer durch das Ehrentor (Ehrenportz) und ging nach Westen über die Ehrenstraße, um zum &#039;&#039;Ehrenstraßener&#039;&#039;Feld zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren siedelten sich zahlreiche Betriebe sn, darunter Firmen wie &#039;&#039;&#039;Herbrand (Waggonfabrik)&#039;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&#039;Parfümeriefabrik Ferdinand Mühlens (4711)&#039;&#039;&#039;. Im Jahr 1886 gab es in Ehrenfeld schon 52 Fabriken. 1886 bekundete der Ehrenfelder Stadtrat: &#039;&#039;Aus geringen Anfängen ist in der kurzen Zeit von noch nicht 30 Jahren eine schöne, blühende Stadt von 15.000 Einwohnern entstanden, deren Bewohner durch Fleiß, Tüchtigkeit und Gemeinsinn sich auszeichnen, deren Industrie weit über die Grenzen unseres Vaterlandes berühmt sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sah es in &#039;&#039;&#039;Nippes&#039;&#039;&#039; aus. Bis zur Ansiedlung der &#039;&#039;&#039;Eisenbahnwerkstättre Köln Nippes&#039;&#039;&#039; (1862) und der &#039;&#039;&#039;Franz Clouth - Rheinische Gummiwarenfabrik&#039;&#039;&#039; (1886) war Nippes ein ländlicher Vorort mit mal gerade 496 Einwohnern gewesen. Im Jahre 1886 war die Bevölkerung auf 13.071 angewachsen. 1910 waren es schon 41.126.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen zogen ihre Arbeitsplätzen hinterher. Folglich entstand eine rege Bautätigekeit, um die Wohnungsnot zu bewältigen. Jede freie Fläche wurde mit mehrstöckigen Häusern in engen Straßenfluchten bebaut. An &amp;quot;sozialem Grün&amp;quot; fehlte es schon bald gänzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grünbereiche in den Neubaugebieten Ehrenfeld und Nippes ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=NippesWiki:Stra%C3%9Fen/Pl%C3%A4tze&amp;diff=2802</id>
		<title>NippesWiki:Straßen/Plätze</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=NippesWiki:Stra%C3%9Fen/Pl%C3%A4tze&amp;diff=2802"/>
		<updated>2012-11-03T16:40:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* &amp;quot;Quartiere&amp;quot;: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:NippesPlan1.gif|250px|thumb|right|Stadtteilplan von Nippes]]Ein Verzeichnis der &#039;&#039;&#039;Straßen und Plätze&#039;&#039;&#039;, die bisher im [[Hauptseite|NippesWiki]] verzeichnet sind, findet sich &#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Straßen/Plätze|HIER]]&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Straßennetz ==&lt;br /&gt;
Die Straßen von [[Nippes]] bilden im Wesentlichen ein in etwa rechtwinkliges Gitternetz: Die beiden wichtigsten Durchgangsstraßen, die [[Neusser Straße]] und die [[Niehler Straße]], und deren Parallelstraßen verlaufen in Nord-Süd-Richtung, zahlreiche Querstraßen verlaufen in Ost-West-Richtung. Einige wenige Straßen passen nicht in diese &#039;&#039;Gitterstruktur&#039;&#039; : die [[Kempener Straße]], die [[Mauenheimer Straße]], die [[Florastraße]], der [[Niehler Kirchweg]] und der [[Beuelsweg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Plätze sind nicht regelmäßig verteilt: [[Wilhelmplatz]], [[Leipziger Platz]], [[Erzbergerplatz]], [[Merheimer Platz]], [[Baudriplatz]], [[Wartburgplatz]] und [[Schillplatz]] &amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Der &#039;&#039;Schillplatz&#039;&#039;, vielleicht einer der schönsten Plätze von Nippes, hat offiziell gar keinen Namen&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Straßennamen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;quot;Quartiere&amp;quot;: === &lt;br /&gt;
In [[Nippes]] lassen sich die Straßen und Plätze bestimmten &amp;quot;Quartieren&amp;quot; zuordnen, wobei es allerdings Ausnahmen gibt. Folgende &amp;quot;Quartiere&amp;quot; lassen sich unterscheiden: &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Eisenbahn-Quartier&#039;&#039; (gebaut bzw. umbenannt ab 1893): → [[Hartwichstraße]], [[Kleine Hartwichstraße]], [[Nohlstraße]], [[Sechzigstraße]], [[Werkstattstraße]]; im Jahr 2006 erfolgte die Benennung der Straßen auf dem Gelände des ehemaligen [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]es, die Straßennamen [[Wagenhallenstraße]], [[Kesselhausstraße]], [[Am Alten Stellwerk]], [[Bahnwärterweg]], [[An der Alten Kantine]], [[Am Ausbesserungswerk]], [[Lokomotivstraße]] und [[An der Drehscheibe]] orientieren sich an den alten Betriebseinrichtungen und Orten des Geländes.&lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Preußen-Quartier&#039;&#039; (gebaut ab 1900): → [[Blücherstraße]], [[Bülowstraße]], [[Einheitstraße]], [[Freiherr-vom-Stein-Straße]], [[Gneisenaustraße]], [[Leipziger Platz]], [[Louis-Ferdinand-Straße]], [[Nettelbeckstraße]], [[Scharnhorststraße]], [[Schillstraße]], [[Schwerinstraße]], [[Tauentzienstraße]], [[Waterloostraße]], [[Wilhelmplatz]], [[Wilhelmstraße]], [[Yorckstraße]].&lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Thüringer-Quartier&#039;&#039; (gebaut bzw. umbenannt ab 1892): → [[Eisenachstraße]], [[Thüringer Straße]], [[Wartburgplatz]], [[Wartburgstraße]].&lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Künstler-Quartier&#039;&#039; (gebaut bzw. umbenannt ab 1893): → a. [[Adam-Wrede-Straße]], [[Cranachstraße]], [[Gellertstraße]], [[Grabbestraße]], [[Holbeinstraße]], [[Josef-Bayer-Straße]], [[Kuenstraße]], [[Schenkendorfstraße]], [[Schneider-Clauss-Straße]] → b. [[Geldorpstraße]], [[Hogenbergstraße]], [[Simon-Meister-Straße]].&lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Niederrhein-Quartier&#039;&#039; ( a.: gebaut vor 1880, 1880-1893 umbenannt / b.: gebaut ab 1932) → a. [[Dormagener Straße]], [[Knechtstedener Straße]], [[Ürdinger Straße]], [[Zonser Straße]] → b. [[Eltener Straße]], [[Isselburger Straße]], [[Kalkarer Straße]], [[Kevelaerer Straße]], [[Xantener Straße]]. Die [[Kempener Straße]], die [[Gocher Straße]] und die [[Weseler Straße]] sind zwar auch nach niederrheinischen Städten benannt, stehen aber topografisch nicht mit den genannten &amp;quot;Quartieren&amp;quot; in Verbindung.   &lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Kolonial-Quartier&#039;&#039; (gebaut ab 1935) → [[Gustav-Nachtigal-Straße]], [[Kamerunstraße]], [[Usambarastraße]] (bis 1991 &#039;&#039;Lüderitzstraße&#039;&#039;), [[Namibiastraße]] (bis 1991 &#039;&#039;Carl-Peters-Straße&#039;&#039;), [[Tangastraße]], [[Togostraße]] (siehe auch: &amp;quot;[[Afrika-Viertel]]&amp;quot;).   &lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Botaniker-Quartier&#039;&#039; (gebaut ab 1956) → [[Corrensstraße]], [[De-Vries-Straße]], [[Nägelistraße]]   &lt;br /&gt;
* Das &#039;&#039;Flora-Quartier&#039;&#039; (gebaut bzw. umbenannt vor 1880) → [[Florastraße]], [[Gartenstraße]], [[Nelkenstraße]].&lt;br /&gt;
* Alte Nippeser und Kölner Familien → [[Auerstraße]], [[Auguststraße]], [[Christinastraße]], [[Eichstraße]], [[Franziskastraße]], [[Kretzer Straße]], [[Lohsestraße]], [[Siebachstraße]], [[Steinbergerstraße]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausnahmen: ===   &lt;br /&gt;
* Kirchbauten → [[Josephskirchplatz]], [[Turmstraße]]   &lt;br /&gt;
* besondere Ehrungen → [[Baudriplatz]], [[Baudristraße]], [[Erzbergerplatz]], [[Franz-Clouth-Straße]], [[Gustav-Cords-Straße]], [[Kretzerstraße]], [[Krüthstraße]].&lt;br /&gt;
* Örtlichkeiten und Richtungen: → [[Am Nordpark]], [[Beuelsweg]], [[Escher Straße]], [[Kempener Straße]], [[Mauenheimer Gürtel]], [[Mauenheimer Straße]], [[Merheimer Straße]],  [[Neusser Straße]], [[Niehler Kirchweg]], [[Niehler Straße]], [[Nordstraße]].&lt;br /&gt;
* Die [[Eckewartstraße]] ragt mit einem Seitenpfad aus [[Mauenheim]] nach [[Nippes]] hinein. Den Namen kann man einem &#039;&#039;Nibelungen-Quartier&#039;&#039; zuorden; viele &#039;&#039;Mauenheimer&#039;&#039; Straßen sind nach Gestalten aus der &#039;&#039;Siegfried-&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;Nibelungensage&#039;&#039; benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Straßen/Plätze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Übersichtsseiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2801</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2801"/>
		<updated>2012-11-03T08:58:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerkstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;[Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [[Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Dreher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] 277ff hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lag, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]] weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten (die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich), die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nicht verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren = 48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich) = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich) = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihr sein Eigentum finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Jaspers, Karlbernhard: Der Urbanisierungsprozess dargestellt am Beispiel der Stadt Köln, Köln 1977&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahresbericht der Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft. Geschäftsjehr 1896/97, Köln 1897&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bericht über die Entwicklung der ältesten Kölner Baugenossenschaft. Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H. in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens, Köln 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisches Archiv der Stadt Köln. Bestand 84/2, Bd. 2, Bl. 27f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statistisches Jahrbuch 1912&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2800</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2800"/>
		<updated>2012-11-03T08:57:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerkstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner [[&amp;quot;[Katholikenversammlung&amp;quot;]]die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [[Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Dreher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] 277ff hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lag, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]] weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten (die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich), die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nicht verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren = 48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich) = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich) = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihr sein Eigentum finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Jaspers, Karlbernhard: Der Urbanisierungsprozess dargestellt am Beispiel der Stadt Köln, Köln 1977&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahresbericht der Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft. Geschäftsjehr 1896/97, Köln 1897&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bericht über die Entwicklung der ältesten Kölner Baugenossenschaft. Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H. in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens, Köln 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisches Archiv der Stadt Köln. Bestand 84/2, Bd. 2, Bl. 27f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statistisches Jahrbuch 1912&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2799</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2799"/>
		<updated>2012-11-03T08:55:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die Situation in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerkstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;[[Katholikenversammlung]]&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [[Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Dreher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] 277ff hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lag, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]] weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten (die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich), die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nicht verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren = 48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich) = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich) = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihr sein Eigentum finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Jaspers, Karlbernhard: Der Urbanisierungsprozess dargestellt am Beispiel der Stadt Köln, Köln 1977&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahresbericht der Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft. Geschäftsjehr 1896/97, Köln 1897&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bericht über die Entwicklung der ältesten Kölner Baugenossenschaft. Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H. in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens, Köln 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisches Archiv der Stadt Köln. Bestand 84/2, Bd. 2, Bl. 27f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statistisches Jahrbuch 1912&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2798</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
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		<updated>2012-11-03T08:55:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;[[Katholikenversammlung]]&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [[Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Dreher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] 277ff hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lag, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]] weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten (die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich), die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nicht verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren = 48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich) = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich) = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihr sein Eigentum finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Jaspers, Karlbernhard: Der Urbanisierungsprozess dargestellt am Beispiel der Stadt Köln, Köln 1977&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahresbericht der Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft. Geschäftsjehr 1896/97, Köln 1897&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bericht über die Entwicklung der ältesten Kölner Baugenossenschaft. Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H. in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens, Köln 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisches Archiv der Stadt Köln. Bestand 84/2, Bd. 2, Bl. 27f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statistisches Jahrbuch 1912&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
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		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Zwangsarbeiterlager&amp;diff=2797</id>
		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T17:10:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Lager in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry-Ford-Straße&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Nationalität: unbekannt; Belegstärke: Die Angaben schwnaken zwischen 50-800 Menschen; Bewachung: täglich strenger Rapport; Bemerkung: Am 21.1.1945 wird das Lager zum letzten Mal erwähnt. Auf Wunsch des Oberbürgermeistersa wurde die Anzahl der Gefangenen vermindert. Es wurde mit dem Lager &amp;quot;Westwaggon&amp;quot; vereinigt. Ab diesem Zeitpunkt befand es sich auf dem Messegelände in Köln-Deutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hornstraße 86-90&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterinnenlager der Deutschen Reichsbahn; Nationalität: Russen, Polen, Ukrainer, Franzosen: Belegstärke: 300 Menschen; Wachmannschaft: ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kempener Straße]] / Ecke [[Mauenheimer Straße]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ukrainisches Kriegsgefangenenlager; Belegstärke: 400-500 MenschenM; Wachmannschaft: &lt;br /&gt;
Lagerführer Braun. Bemerkung: Die Gefangenen standen dem [[RAW Köln-Nippes]] (Lager Roland) zur Verfügung. Beim Luftangriff am 7./8.6.1944 wurden vor eienr Baracke an der [[Kempener Straße]] 195 fünf ausländische Arbeiter verletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kretzer Straße]] 7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterlager im Hilfskrankenhaus der Schule; Nationalität: vermutlich Russinnen; Bemerkung: Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurden im Luftschutzraum dea Hilfskrankenhauses zwei ausländische Arbeiterinnen verletzt, das Gebäude sehr beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Merheimer Straße]] 318&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf dem Gelände der Firma [[Schulze-Berl]]; Nationalität: Russen; Belegstärke: 50-70 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neusser Straße]] 338&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager im Wohnhaus der Gaststätte Schneider. Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] gegenüber [[Auerstraße]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Deutschen Reichspost: Nationalität: Niederländer; Belegstärke: 30-40 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um Personen, die bei der Deutschen Reichspost als Handwerker beschäftigt waren. Angeblich wurde das Lager 1944 in die Gegend von Kleve verlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 100-108&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeiterlager bei der Firma Franz Clouth [[Clouth-Werke]]; Nationalität: Franzosen, Ukrainer, Belgier; Belegstärke: 60 Menschen; Bemerkung: Die Lagerinsassen arbeiteten bei Clouth. Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurde die Firma total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 272&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Kartoffelgroßhandlung [[Peter Franzen]]; Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 276&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Firma [[Peter Koch Modellwerke GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Ukraier; Belegstärke: 40-50 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Simon-Meister-Straße]] im Schulgebäude &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlagertät; Nationalität: Franzosen; Bemerkung: Das Lager bestand vermutlich seit Juni 1940&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Turmstraße]] 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslager; Nationalität; Belgier, Franzosen; Niederländer; Belegstärke: 80-100 Menschen; Bemerkung: Das Schulgebäude wurde am 18.9.1939 von der Wehrmacht beschlagnahmt und zunächst zu einem Reservelazarett umgerüstet. Mit Schreiben vom 15.3.1944 wurde die Schule dem Kraftfahrpark zugewiesen, und ab dann waren dort 300 Mann eines Kfz-Umschulungslehrgangs untergebracht. 1944 wurde das Lager nach Müngersdorf verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Werkstattstraße]] 13 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf der Gelände der Firma [[Nortag GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Belgier; Belegstärke: 290 Menschen. Bemerkung: Das Lager wurde 1943 durch einen Fliegerangriff zersört und anschließend aufgelöst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T17:09:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Lager in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry-Ford-Straße&lt;br /&gt;
Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Nationalität: unbekannt; Belegstärke: Die Angaben schwnaken zwischen 50-800 Menschen; Bewachung: täglich strenger Rapport; Bemerkung: Am 21.1.1945 wird das Lager zum letzten Mal erwähnt. Auf Wunsch des Oberbürgermeistersa wurde die Anzahl der Gefangenen vermindert. Es wurde mit dem Lager &amp;quot;Westwaggon&amp;quot; vereinigt. Ab diesem Zeitpunkt befand es sich auf dem Messegelände in Köln-Deutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hornstraße 86-90&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterinnenlager der Deutschen Reichsbahn; Nationalität: Russen, Polen, Ukrainer, Franzosen: Belegstärke: 300 Menschen; Wachmannschaft: ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kempener Straße]] / Ecke [[Mauenheimer Straße]] &lt;br /&gt;
ukrainisches Kriegsgefangenenlager; Belegstärke: 400-500 MenschenM; Wachmannschaft: &lt;br /&gt;
Lagerführer Braun. Bemerkung: Die Gefangenen standen dem [[RAW Köln-Nippes]] (Lager Roland) zur Verfügung. Beim Luftangriff am 7./8.6.1944 wurden vor eienr Baracke an der [[Kempener Straße]] 195 fünf ausländische Arbeiter verletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kretzer Straße]] 7 &lt;br /&gt;
Fremdarbeiterlager im Hilfskrankenhaus der Schule; Nationalität: vermutlich Russinnen; Bemerkung: Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurden im Luftschutzraum dea Hilfskrankenhauses zwei ausländische Arbeiterinnen verletzt, das Gebäude sehr beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Merheimer Straße]] 318&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf dem Gelände der Firma [[Schulze-Berl]]; Nationalität: Russen; Belegstärke: 50-70 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neusser Straße]] 338&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager im Wohnhaus der Gaststätte Schneider. Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] gegenüber [[Auerstraße]]&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Deutschen Reichspost: Nationalität: Niederländer; Belegstärke: 30-40 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um Personen, die bei der Deutschen Reichspost als Handwerker beschäftigt waren. Angeblich wurde das Lager 1944 in die Gegend von Kleve verlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 100-108&lt;br /&gt;
Zivilarbeiterlager bei der Firma Franz Clouth [[Clouth-Werke]]; Nationalität: Franzosen, Ukrainer, Belgier; Belegstärke: 60 Menschen; Bemerkung: Die Lagerinsassen arbeiteten bei Clouth. Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurde die Firma total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 272&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Kartoffelgroßhandlung [[Peter Franzen]]; Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 276&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Firma [[Peter Koch Modellwerke GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Ukraier; Belegstärke: 40-50 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Simon-Meister-Straße]] im Schulgebäude &lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlagertät; Nationalität: Franzosen; Bemerkung: Das Lager bestand vermutlich seit Juni 1940&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Turmstraße]] 7&lt;br /&gt;
Arbeitslager; Nationalität; Belgier, Franzosen; Niederländer; Belegstärke: 80-100 Menschen; Bemerkung: Das Schulgebäude wurde am 18.9.1939 von der Wehrmacht beschlagnahmt und zunächst zu einem Reservelazarett umgerüstet. Mit Schreiben vom 15.3.1944 wurde die Schule dem Kraftfahrpark zugewiesen, und ab dann waren dort 300 Mann eines Kfz-Umschulungslehrgangs untergebracht. 1944 wurde das Lager nach Müngersdorf verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Werkstattstraße]] 13 &lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf der Gelände der Firma [[Nortag GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Belgier; Belegstärke: 290 Menschen. Bemerkung: Das Lager wurde 1943 durch einen Fliegerangriff zersört und anschließend aufgelöst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T17:07:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Lager in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry-Ford-Straße&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Nationalität: unbekannt; Belegstärke: Die Angaben schwnaken zwischen 50-800 Menschen; Bewachung: täglich strenger Rapport; Bemerkung: Am 21.1.1945 wird das Lager zum letzten Mal erwähnt. Auf Wunsch des Oberbürgermeistersa wurde die Anzahl der Gefangenen vermindert. Es wurde mit dem Lager &amp;quot;Westwaggon&amp;quot; vereinigt. Ab diesem Zeitpunkt befand es sich auf dem Messegelände in Köln-Deutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hornstraße 86-90&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterinnenlager der Deutschen Reichsbahn; Nationalität: Russen, Polen, Ukrainer, Franzosen: Belegstärke: 300 Menschen; Wachmannschaft: ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kempener Straße]] / Ecke [[Mauenheimer Straße]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ukrainisches Kriegsgefangenenlager; Belegstärke: 400-500 MenschenM; Wachmannschaft: &lt;br /&gt;
Lagerführer Braun. Bemerkung: Die Gefangenen standen dem [[RAW Köln-Nippes]] (Lager Roland) zur Verfügung. Beim Luftangriff am 7./8.6.1944 wurden vor eienr Baracke an der [[Kempener Straße]] 195 fünf ausländische Arbeiter verletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kretzer Straße]] 7 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterlager im Hilfskrankenhaus der Schule; Nationalität: vermutlich Russinnen; Bemerkung: Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurden im Luftschutzraum dea Hilfskrankenhauses zwei ausländische Arbeiterinnen verletzt, das Gebäude sehr beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Merheimer Straße]] 318&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf dem Gelände der Firma [[Schulze-Berl]]; Nationalität: Russen; Belegstärke: 50-70 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neusser Straße]] 338&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager im Wohnhaus der Gaststätte Schneider. Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] gegenüber [[Auerstraße]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Deutschen Reichspost: Nationalität: Niederländer; Belegstärke: 30-40 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um Personen, die bei der Deutschen Reichspost als Handwerker beschäftigt waren. Angeblich wurde das Lager 1944 in die Gegend von Kleve verlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 100-108&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilarbeiterlager bei der Firma Franz Clouth [[Clouth-Werke]]; Nationalität: Franzosen, Ukrainer, Belgier; Belegstärke: 60 Menschen; Bemerkung: Die Lagerinsassen arbeiteten bei Clouth. Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurde die Firma total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 272&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Kartoffelgroßhandlung [[Peter Franzen]]; Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 276&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Firma [[Peter Koch Modellwerke GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Ukraier; Belegstärke: 40-50 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Simon-Meister-Straße]] im Schulgebäude &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlagertät; Nationalität: Franzosen; Bemerkung: Das Lager bestand vermutlich seit Juni 1940&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Turmstraße]] 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslager; Nationalität; Belgier, Franzosen; Niederländer; Belegstärke: 80-100 Menschen; Bemerkung: Das Schulgebäude wurde am 18.9.1939 von der Wehrmacht beschlagnahmt und zunächst zu einem Reservelazarett umgerüstet. Mit Schreiben vom 15.3.1944 wurde die Schule dem Kraftfahrpark zugewiesen, und ab dann waren dort 300 Mann eines Kfz-Umschulungslehrgangs untergebracht. 1944 wurde das Lager nach Müngersdorf verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Werkstattstraße]] 13 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf der Gelände der Firma [[Nortag GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Belgier; Belegstärke: 290 Menschen. Bemerkung: Das Lager wurde 1943 durch einen Fliegerangriff zersört und anschließend aufgelöst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T17:05:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Lager in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry-Ford-Straße&lt;br /&gt;
Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Nationalität: unbekannt; Belegstärke: Die Angaben schwnaken zwischen 50-800 Menschen; Bewachung: täglich strenger Rapport; Bemerkung: Am 21.1.1945 wird das Lager zum letzten Mal erwähnt. Auf Wunsch des Oberbürgermeistersa wurde die Anzahl der Gefangenen vermindert. Es wurde mit dem Lager &amp;quot;Westwaggon&amp;quot; vereinigt. Ab diesem Zeitpunkt befand es sich auf dem Messegelände in Köln-Deutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hornstraße 86-90&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterinnenlager der Deutschen Reichsbahn; Nationalität: Russen, Polen, Ukrainer, Franzosen: Belegstärke: 300 Menschen; Wachmannschaft: ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kempener Straße]] / Ecke [[Mauenheimer Straße]] ukrainisches Kriegsgefangenenlager; Belegstärke: 400-500 MenschenM; Wachmannschaft: Lagerführer Braun. Bemerkung: Die Gefangenen standen dem [[RAW Köln-Nippes]] (Lager Roland) zur Verfügung. Beim Luftangriff am 7./8.6.1944 wurden vor eienr Baracke an der [[Kempener Straße]] 195 fünf ausländische Arbeiter verletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kretzer Straße]] 7 &lt;br /&gt;
Fremdarbeiterlager im Hilfskrankenhaus der Schule; Nationalität: vermutlich Russinnen; Bemerkung: Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurden im Luftschutzraum dea Hilfskrankenhauses zwei ausländische Arbeiterinnen verletzt, das Gebäude sehr beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Merheimer Straße]] 318&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf dem Gelände der Firma [[Schulze-Berl]]; Nationalität: Russen; Belegstärke: 50-70 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neusser Straße]] 338&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager im Wohnhaus der Gaststätte Schneider. Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] gegenüber [[Auerstraße]]&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Deutschen Reichspost: Nationalität: Niederländer; Belegstärke: 30-40 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um Personen, die bei der Deutschen Reichspost als Handwerker beschäftigt waren. Angeblich wurde das Lager 1944 in die Gegend von Kleve verlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 100-108&lt;br /&gt;
Zivilarbeiterlager bei der Firma Franz Clouth [[Clouth-Werke]]; Nationalität: Franzosen, Ukrainer, Belgier; Belegstärke: 60 Menschen; Bemerkung: Die Lagerinsassen arbeiteten bei Clouth. Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurde die Firma total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 272&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Kartoffelgroßhandlung [[Peter Franzen]]; Nationalität: Franzosen; Belegstärke: 40-50 Menschen; Bemerkung: Es handelt sich um das Arbeitskommando 635 Stalag (Stammlager) VI b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Niehler Straße]] 276&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager der Firma [[Peter Koch Modellwerke GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Ukraier; Belegstärke: 40-50 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Simon-Meister-Straße]] im Schulgebäude; Kriegsgefangenenlagertät; Nationalität: Franzosen; Bemerkung: Das Lager bestand vermutlich seit Juni 1940&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Turmstraße]] 7&lt;br /&gt;
Arbeitslager; Nationalität; Belgier, Franzosen; Niederländer; Belegstärke: 80-100 Menschen; Bemerkung: Das Schulgebäude wurde am 18.9.1939 von der Wehrmacht beschlagnahmt und zunächst zu einem Reservelazarett umgerüstet. Mit Schreiben vom 15.3.1944 wurde die Schule dem Kraftfahrpark zugewiesen, und ab dann waren dort 300 Mann eines Kfz-Umschulungslehrgangs untergebracht. 1944 wurde das Lager nach Müngersdorf verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Werkstattstraße]] 13 Kriegsgefangenenlager auf der Gelände der Firma [[Nortag GmbH]]; Nationalität: Franzosen, Belgier; Belegstärke: 290 Menschen. Bemerkung: Das Lager wurde 1943 durch einen Fliegerangriff zersört und anschließend aufgelöst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T16:27:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Lager in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry-Ford-Straße&lt;br /&gt;
Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Nationalität: unbekannt; Belegstärke: Die Angaben schwnaken zwischen 50-800 Menschen; Bewachung: täglich strenger Rapport; Bemerkung: Am 21.1.1945 wird das Lager zum letzten Mal erwähnt. Auf Wunsch des Oberbürgermeistersa wurde die Anzahl der Gefangenen vermindert. Es wurde mit dem Lager &amp;quot;Westwaggon&amp;quot; vereinigt. Ab diesem Zeitpunkt befand es sich auf dem Messegelände in Köln-Deutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hornstraße 86-90&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterinnenlager der Deutschen Reichsbahn; Nationalität: Russen, Polen, Ukrainer, Franzosen: Belegstärke: 300 Menschen; Wachmannschaft: ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kempener Straße]] / Ecke [[Mauenheimer Straße]] ukrainisches Kriegsgefangenenlager; Belegstärke: 400-500 MenschenM; Wachmannschaft: Lagerführer Braun. Bemerkung: Die Gefangenen standen dem [[RAW Köln-Nippes]] (Lager Roland) zur Verfügung. Beim Luftangriff am 7./8.6.1944 wurden vor eienr Baracke an der [[Kempener Straße]] 195 fünf ausländische Arbeiter verletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kretzer Straße]] 7 &lt;br /&gt;
Fremdarbeiterlager im Hilfskrankenhaus der Schule; Nationalität: vermutlich Russinnen; Bemerkung: Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurden im Luftschutzraum dea Hilfskrankenhauses zwei ausländische Arbeiterinnen verletzt, das Gebäude sehr beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Merheimer Straße]] 318&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf dem Gelände der Firma [[Schulze-Berl]]; Nationalität: Russen; Belegstärke: 50-70 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neusser Straße]] 338&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager im Wohnhaus der Gaststätte Schneider ([[Restauration Wirtz]])&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T16:26:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Lager in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry-Ford-Straße&lt;br /&gt;
Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Nationalität: unbekannt; Belegstärke: Die Angaben schwnaken zwischen 50-800 Menschen; Bewachung: täglich strenger Rapport; Bemerkung: Am 21.1.1945 wird das Lager zum letzten Mal erwähnt. Auf Wunsch des Oberbürgermeistersa wurde die Anzahl der Gefangenen vermindert. Es wurde mit dem Lager &amp;quot;Westwaggon&amp;quot; vereinigt. Ab diesem Zeitpunkt befand es sich auf dem Messegelände in Köln-Deutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hornstraße 86-90&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterinnenlager der Deutschen Reichsbahn; Nationalität: Russen, Polen, Ukrainer, Franzosen: Belegstärke: 300 Menschen; Wachmannschaft: ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kempener Straße]] / Ecke [[Mauenheimer Straße]] ukrainisches Kriegsgefangenenlager; Belegstärke: 400-500 MenschenM; Wachmannschaft: Lagerführer Braun. Bemerkung: Die Gefangenen standen dem [[RAW Köln-Nippes]] (Lager Roland) zur Verfügung. Beim Luftangriff am 7./8.6.1944 wurden vor eienr Baracke an der [[Kempener Straße]] 195 fünf ausländische Arbeiter verletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kretzer Straße]] 7 &lt;br /&gt;
Fremdarbeiterlager im Hilfskrankenhaus der Schule; Nationalität: vermutlich Russinnen; Bemerkung: Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurden im Luftschutzraum dea Hilfskrankenhauses zwei ausländische Arbeiterinnen verletzt, das Gebäude sehr beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Merheimer Straße]] 318&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager auf dem Gelände der Firma [[Schulze-Berl]]; Nationalität: Russen; Belegstärke: 50-70 Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neusser Straße]] 338&lt;br /&gt;
Kriegsgefangenenlager im Wohnhaus der Gaststätte Schneider [[Restauration Wirtz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T16:22:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Lager in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry-Ford-Straße&lt;br /&gt;
Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Nationalität: unbekannt; Belegstärke: Die Angaben schwnaken zwischen 50-800 Menschen; Bewachung: täglich strenger Rapport; Bemerkung: Am 21.1.1945 wird das Lager zum letzten Mal erwähnt. Auf Wunsch des Oberbürgermeistersa wurde die Anzahl der Gefangenen vermindert. Es wurde mit dem Lager &amp;quot;Westwaggon&amp;quot; vereinigt. Ab diesem Zeitpunkt befand es sich auf dem Messegelände in Köln-Deutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hornstraße 86-90&lt;br /&gt;
Fremdarbeiterinnenlager der Deutschen Reichsbahn; Nationalität: Russen, Polen, Ukrainer, Franzosen: Belegstärke: 300 Menschen; Wachmannschaft: ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kempener Straße]] / Ecke [[Mauenheimer Straße]] ukrainisches Kriegsgefangenenlager; Belegstärke: 400-500 MenschenM; Wachmannschaft: Lagerführer Braun. Bemerkung: Die Gefangenen standen dem [[RAW Köln-Nippes]] (Lager Roland) zur Verfügung. Beim Luftangriff am 7./8.6.1944 wurden vor eienr Baracke an der [[Kempener Straße]] 195 fünf ausländische Arbeiter verletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kretzer Straße]] 7 &lt;br /&gt;
Fremdarbeiterlager im Hilfskrankenhaus der Schule; Nationalität: vermutlich Russinnen; Bemerkung: Beim Luftangriff am 3.10.1944 wurden im Luftschutzraum dea Hilfskrankenhauses zwei ausländische Arbeiterinnen verletzt, das Gebäude sehr beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Merheimer Straße]] 318&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Zwangsarbeiterlager</title>
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		<updated>2012-11-02T16:12:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: Die Seite wurde neu angelegt: „==Lager in Nippes==  Friedrich-Karl-Straße/Ecke Niehler Kirchweg Arbeitslager der Firma Land- und Seekabel und Clouth-Werke; russische Zwangsarbe…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lager in Nippes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich-Karl-Straße]]/Ecke [[Niehler Kirchweg]]&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [[Land- und Seekabel]] und [[Clouth-Werke]]; russische Zwangsarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 46&lt;br /&gt;
Arbeitslager der Firma [Milchversorgung Rheinland]]; Ostarbeiter/innen; Belegstärke: 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 48/50&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Firma [[Feuerlöschgerätefabrik August Hönig]]; russische Zwangsarbeiter; Belegstärke: 40&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldernstraße]] 55&lt;br /&gt;
Zivilarbeitslager der Möbelfabrik [[Leopold Mellmann]]; französische, russische und ukrainische Zwangsarbeiter; das Lager wurde beim Luftangriff am 4.7.1943 beschädigt und beim Tagesluftangriff am 27.11.1944 total zerstört.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2789</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2789"/>
		<updated>2012-11-02T14:51:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [[Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Dreher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] 277ff hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lag, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]] weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten (die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich), die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nicht verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren = 48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich) = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich) = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihr sein Eigentum finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Jaspers, Karlbernhard: Der Urbanisierungsprozess dargestellt am Beispiel der Stadt Köln, Köln 1977&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahresbericht der Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft. Geschäftsjehr 1896/97, Köln 1897&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bericht über die Entwicklung der ältesten Kölner Baugenossenschaft. Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H. in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens, Köln 1910&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisches Archiv der Stadt Köln. Bestand 84/2, Bd. 2, Bl. 27f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statistisches Jahrbuch 1912&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2788</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2788"/>
		<updated>2012-11-02T14:35:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [[Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Dreher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] 277ff hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lag, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]] weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten (die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich), die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nicht verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren = 48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich) = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich) = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihr sein Eigentum finanziert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2787</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
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		<updated>2012-11-02T14:34:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [[Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Dreher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] 277ff hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lag, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]] weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten (die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich), die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nicht verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme          = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren =  48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich)               = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich)                         = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihm sein Eigentum finanziert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2786</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
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		<updated>2012-11-02T14:29:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]], weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. Die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten, die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nichtg verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme          = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren =  48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich)               = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich)                         = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihm sein Eigentum finanziert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2785</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
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		<updated>2012-11-02T14:28:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die Situation in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnungen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbringen können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]], weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. Die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten, die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nichtg verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme          = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren =  48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich)               = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich)                         = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihm sein Eigentum finanziert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2784</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2784"/>
		<updated>2012-11-02T14:25:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Vorgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, oft in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, Tuberkulose waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
Auf 18-25 qm lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]], weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. Die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten, die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nichtg verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme          = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren =  48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich)               = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich)                         = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihm sein Eigentum finanziert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2783</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
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		<updated>2012-11-02T14:23:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, of in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, TB waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf 18-25 Quadratmetern lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]], weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. Die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten, die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nichtg verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch die katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme          = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren =  48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich)               = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich)                         = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihm sein Eigentum finanziert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2782</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2782"/>
		<updated>2012-11-02T14:22:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, of in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, TB waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf 18-25 Quadratmetern lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]], weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. Die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten, die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nichtg verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch dei katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst (ca. 1140 Mark Jahresverdienst)==&lt;br /&gt;
1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6-Zimmer-Zweiwohnungshaus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahlung: 100 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) 5,33% der Kaufsumme          = 400,82 Mark&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Belastung (jährlich) Reparatur, Steuern, Gebühren =  48,00 Mark (mtl. 4,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzügliche Mieteinnahmen (jährlich)               = 228,00 Mark (mtl. 19,00 Mark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenbelastung (jährlich)                         = 220,82 Mark, davon entfallen auf Tilgung 115,80 Mark, auf Kauf-Miete 105,00 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 105 Mark d.h. mtl. 8,75 Mark hätte die Familie keine Wohnung mieten können; auch hätte kein Mieter ihm sein Eigentum finanziert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2781</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2781"/>
		<updated>2012-11-02T13:53:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Die Finanzierung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, of in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, TB waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf 18-25 Quadratmetern lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]], weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. Die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten, die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nichtg verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch dei katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2780</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2780"/>
		<updated>2012-11-02T13:53:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, of in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, TB waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf 18-25 Quadratmetern lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an dem [[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]], dem wichtigsten Arbeitgeber im neuen Stadtteil. Im Jahr 1898 erwarb die Genossenschaft ein 4 1/2 Morgen großes Grundstück zwischen [[Geldern Straße]] und [[Escher Straße]], durch das die [[Nievenheimerstraße]] gelegt wurde. Es entstanden 1898 20 Zweifamilienhäuser, 29 weitere 1899. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Komplexe im Jahr 1903 waren 38 Zweifamilienhäuser an der [[Eisenachstraße]] und am [[Wartburgplatz]], weitere 9 im Jahre 1905.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910 hatte die Genossenschaft schon 120 Zweifamilienhäuser mit 240 drei- und vierzimmrigen Wohnungen gebaut. Die Genossenschaftler arbeiteten alle ehrenamtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedrig gehaltenen Kosten, die geringen Anzahlungen und die Möglichkeit die Zweitwohnung zu vermieten, waren wohl das Erfolgsgeheimnis der Genossenschaft. Nur 14 mal mußten in den ersten 10 Jahren Kaufanwärter ihr Haus aufgeben, davon 6 aus Umzugsgründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist angesichts der erfolgreichen Arbeit und der Verwurzelung im katholischen Milieu nichtg verwunderlich, dass sie von 1895 - 1936 relativ kontinuierlich arbeiten konnte. 1938 ging sie in den &amp;quot;Genossenschaftlichen Wohnungsverein zu Köln e.G.m.b.H.&amp;quot; auf. Dass dabei, wie bei anderen Kölner Baugenossenschaften, politischer Druck seitens der nationalsozialistischen Verwaltung eine Rolle spielte, dem auch dei katholische Verankerung im Stadtteil nicht mehr gewachsen war, ist anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung am Beispiel eines Tageslöhners mit 3,90 Mark Tagesverdienst==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Finanzierung==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2779</id>
		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.archiv-koeln-nippes.de/index.php?title=Nippeser_Bau-_und_Spargenossenschaft_von_1896&amp;diff=2779"/>
		<updated>2012-11-02T13:15:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, of in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, TB waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf 18-25 Quadratmetern lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; Kaplan [[Heinrich Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer [[Johann Fischer]], den Verlagsbuchhändler [[Fridolin Bachem]] aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar [[Carl Esser]] aus Bensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Aufsichtrat bildeten 1895: [[Fridolin Bachem]] (Verlagsbuchhändler), [[Friedrich Krüth]] (Pfarrer), [[Johann Betz]] (Rektor), [[Wilhelm Dünner]] (Kaufmann), [[Johann Fischer]] (Bauunternehmer), [[Joseph Koenen]] (Rentner), [[Christian Cremer]] (Dr. med.), [[Wilhelm Kretzer]] (Fabrikant), [[Reiner Meyenburg]] (Kaufmann), [[Heinrich Krings]] (Regierungsbaumeister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorstand bildeten 1895: [[Michael Frank]] (Apotheker), [[Paul Bolder]] (Rentner), [[Hermann Pitz]] (Kaufmann), [[Heinrich Enshoff]] (Präses), [[Ernst Schullin]] (Werksführer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie aus dem Umgang mit der Arbeiterschaft mitbrachten, formulierten sie die Grundsätze ihrer Wohnungsbautätigkeit:&lt;br /&gt;
1. Die Genossenschaft sollte eine Eigenhaus-Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;
Die Arbeiterfamilie sollte ein Eigenheim als Zweifamilienhaus bauen. Die Mieteinnahme für die zweite Wohnung durfte nicht höher als 50% der Gesamtbelastung sein. Verboten war die Vermietung an Kost- und Schlafgänger.&lt;br /&gt;
2. Die Genossenschaft sollte minderbemittelten Kaufanwärtern helfen.&lt;br /&gt;
Niemand, der mehr als 3.000 Mark Eigenkapital hatte, konnte ein Genossenschaftshaus kaufen.&lt;br /&gt;
3. Die Genossenschaftsbauten sollten ästhetisch und medizinisch vorbildlich sein.&lt;br /&gt;
Drei, in Grundriss und Ansicht, ganz verschiednene Baupläne wurden erstellt. Zur besseren Durchlüftung lag zwischen je zwei Häusern 5 m Platz. Die Häuser lagen   5 m von der Straße entfernt, um einen Vorgarten zu ermöglichen. Zu jedem Haus gehörte ein cva. 300 qm großer Garten. Jede Wohnung erhielt ein Zimmer mit 16-20 qm und zwei von 12-15 qm Bodenfläche. Jedes Haus wurde an Kanal- und Wasserleitung angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli 1896 begann die Genossenschaft mit den ersten 12 Häusern auf einem 4 1/2 Morgen großen Grundstück an der [Niehler Straße]] 277 ff., 15 Minuten entfernt von der Niehler Pfarrkirche. Die ersten Kaufanwärter waren 6 Tagelöhner, je 1 Drher, Lohnschreiber, Müllerknecht, Schlosser, Schriftsetzer und Zeichner. Einer der Tagelöhner zahlte 3.000 Mark, die übrigen zusammen etwa 3.000 Mark. Das Genossenschaftskapital betrug 30.000 Mark, aufgebracht von 74 Mitgliedern mit 300 Anteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Mai 1897 zogen die neuen Anwohner in ihre Häuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Häusergruppe an der [[Niehler Straße]] hatte Vorbildcharakter für Nippes, aber auch für andere Stadtteile, wo ähnliche Bauvereine entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachteil der Häusergruppe war, dass sie wegen der weiten Wege zur Arbeit, zur Schule und zur Kölner Altstadt, etwas abseits lagen, bis die [[Cöln-Niehler-Straßenbahn]] das Gelände 1907 in den allgemeinen Verkehr einbezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Baugebiete lagen näher an der Eisenbahnwerkstätte&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
	</entry>
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		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
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		<updated>2012-11-02T12:15:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, of in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, TB waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf 18-25 Quadratmetern lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; [[Kaplan Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer Michael Fischer (s.[[Franziskastraße]]), den Verlagsbuchhändler Fridolin Bachem aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar Carl Esser aus Bensberg.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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		<title>Nippeser Bau- und Spargenossenschaft von 1896</title>
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		<updated>2012-11-02T12:14:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Katharina: /* Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Vorgeschichte==&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, sich zu erinnern, wie insbesonders die Wohnverhältnisse der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert aussahen. In den durch Industralisierung rasch gewachsenen Städten hausten die Familien unter den elendesten Verhältnissen: in viel zu kleinen, feuchen, kalten Mietskasernen, of in Verschlägen und Kellerwohnungen unterhalb des Niveaus der Bürgersteige. Vor allem die hygenischen Verhältnisse&lt;br /&gt;
waren katastrophal. Kanalisation existierte so gut wie keine. Die Sickergruben für den menschlichen Abfall hielten nicht dicht und verdreckten das Grundwasser. Hausabfälle landeten auf der Straße oder in Bächen und Flüssen und wurden bei jedem Hochwasser auf die Seitengelände gespült, wo sie verrotteten und die Luft verpesteten. Krätze, Pocken, Cholera, TB waren die Volkskrankheiten, an denen jährlich hunderttausende Menschen starben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf 18-25 Quadratmetern lebten durchschnittlich 5-10 Personen. Wenn eben möglich suchten die Familien Wohnungen nahe dem Arbeitsplatz, um nicht stundenlange Fußmärsche zur Arbeit auf sich nehmen zu müssen. Lieber zogen sie öfter um, immer der Arbeit nach. &lt;br /&gt;
Um die Miete zahlen zu können, pferchten sich die Menschen nicht nur mit ihren Familien zusammen. Sie nahmen darüber hinaus noch Kost- und Schlafgänger auf, die gegen geringe Miete eine Schlafgelegenheit in der Wohnung hatten, manchmal auch wie ein Familienmitglied mitlebeten, versorgt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enge der Innenstadt zu verlassen und in den Vorstädten neue, besssere Wohnungen zu schaffen, bot sich als Alternative an. Besonders Unternehmer, die ein entsprechendes Vermögen anzulegen hatten und sich von einer besseren Unterbringung ihrer Arbeiter auch gesündere und leistungsfähigere Arbeitskräfte versprachen, begannen den Wohnungsbau auf dem freien Felde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Situation in Nippes==&lt;br /&gt;
Mit dem Bau auf freiem Felde begann in Nippes die Zuckerraffinerie [[Langen &amp;amp; Söhne]]. Bis Ende 1895 errichtete sie zwölf Arbeiterhäuser für insgesamt 24 Familien, die aber auf wenig Interesse stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird es im Fall der Rheinischen Gummiwarenfabrik Franz Clouth ([[Clouth-Werke]]) gewesen sein, die am 18. Dezember 1895 an den Oberbürgermeister in Köln schrieb, dass das Interesse an den bis 1895 in der Nippeser [[Nordstraße]] erbauten besseren Arbeiter- und Meisterwohnungen nicht groß genug sei und man deshalb gezwungen sei, Bauplätze dort wieder zu verkaufen. Selbst einige Meister und bessere Arbeiter hätten bald wieder die Wohnugen verlassen und seien in engere und primitivere Wohnungen gezogen. Bei den Arbeitern sei ein Gefühl für Häuslichkeit, Behaglichkeit und Wohnkomfort eben doch nicht vorhanden, deshalb seien die engen Wohungen in der Innenstadt vorgezogen worden.&lt;br /&gt;
Es ist anzunehmen, dass andere Gründe wichtiger waren: die fehlende Verkehrsverbindung und Infrastruktur von Kaufleuten, kleinen Handwerkern, dazu teure Mieten und die Schwierigkeit, so weit weg von der übrigen Industrie Kost- und Schlafgänger zu finden, die die Mieten erträglich gemacht hätten - all das bewog die Familien, zurückzuziehen in die Innenstadt. Die mögliche soziale Kontrolle durch den Unternehmer tat ein Übriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Eisenbahnwerkstätte ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]]) war die Situation anders. Hier entstand das typische Nebeneinander von Arbeitsstätte und Wohngebiet, es gab eine Verkehrsanbindugn und die Möglichkeit, nach den neuen hygienischen und medizinischen Erkenntnissen zu bauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Zeiten der Auseinandersetzung um die Eingemeindung Nippes nach Köln (1888) hatte es heftige Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Jetzt da es in der eingemeindeten Vorstadt Nippes einen raschen Anstieg von Industrieansiedlungen und Wohnbedarf gab, erwies es sich als positiv, dass der Bürgermeister [[Wilhelm Eich]] sehr weitsichtig bei den Eingemeindungsverhandlungen lange Kanalisationswege durchgesetzt hatte. Sie erleichterten den Bau besserer Wohnngen in Nippes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedarf stieg enorm. Der Bau der Zentralwerstätten ([[Eisenbahn-Ausbesserungswerk]])1860 brachte bis 1877 über 500 Beamte und Angestellte nach Nippes, für die kaum genügend Wohnraum beschafft werden konnte, die Bevölkerung wuchs von 1871 - 1880 von 4.621 auf 9.930. Die private Bautätigkeit konnte damit nicht Schritt halten, zumal die Unternehmer, die einzigen, die für großen Wohnungsbau ausreichend Kapital hätten aufbrigren können, dies in die Neu- und Erweiterungsbauten ihrer Anlagen investierten und nur in begrenztem Maß Werkswohnungen betrieben. Die Lücke zu schließen, bemühten sich vielerorts gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaften und Bauvereine, die vorallem den Bau von Arbeiterwohnungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine katholische Initiative gegen die Wohnungsnot in Nippes==&lt;br /&gt;
In Nippes war dies die &amp;quot;Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft e.G.m.b.H.&amp;quot;, die erste Kölner Genossenschaft dieser Art. Sie wurde eine wegweisende Instution für Gesamtköln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiatoren waren nicht selbst Arbeiter, sondern Angehörige der Mittelschicht: Intellektuelle, Kaufleute, Pfarrer und Unternehmer, die einerseits die ökonomische Notwenigkeit und Realisierbarkeit einer derartigen Genossenschaft einschätzen konnten, deren Kenntnisse und Erfahrungen aus den Lebensumständen der Arbeiter sie andererseits antrieben, bestimmte kulturelle, soziale und medizinische Vorstellungen in die Arbeit einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Gründer der Nippeser Genossenschaft war der Präses des &amp;quot;Christlichen Arbeitervereins&amp;quot; [[Kaplan Enshoff]], der 1894 auf der Kölner &amp;quot;Katholikenversammlung&amp;quot; die Arbeiterwohnungsfrage in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hatte. Er suchte sich die Bündnisgenossen für das Projekt in seinem Einflusskreis: den Apotheker [[Michael Frank]], den Pfarrer [[Friedrich Krüth]], den Bauunternehmer Michael Fischer (s.[[Fanziskastraße]]), den Verlagsbuchhändler Fridolin Bachem aus Köln und den Rechtsanwalt und späteren Notar Carl Esser aus Bensberg.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Katharina</name></author>
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